Ernährung: Licht, Lebensenergie und die Empfindung von Fülle

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Essen – Ernährung – geht jedermann an und scheint etwas Banales zu sein. Dennoch sind viele Menschen verunsichert, welche Nahrung sie wählen sollen. Verständlich, angesichts einer kalten Agrarindustrie, welche viel Leid für Tier und Natur bedeutet. Weitgehend ausgeschlossen vom Umgang mit Tieren und Pflanzen, ist der moderne Mensch von seinen Wurzeln abgeschnitten. Gesundheitliche und ethische Fragen tun sich auf, zahllose Ernährungsberater, lokale und religiöse Traditionen geben dem Menschen Vorgaben. Doch wie sich orientieren? Von vegan bis zu nur Fleisch essenden Carnevoriern reicht das Spektrum. Wie gehen Naturvölker mit Nahrung um? Können wir von ihnen lernen, um näher an das Natürliche zu kommen?

Ernährung durch Licht und Lebensenergie bei Ureinwohnern

Die meiste Arbeit in einem Clan oder Stamm bei Ureinwohnern wird gemeinschaftlich erledigt. Das Ziel ist weniger seinen Job gut zu verrichten, sondern genug gemeinschaftliche Energie freizusetzen, so dass sich alle durch das, was sie tun, genährt fühlen.

Jedes Mitglied möchte die Empfindung von Fülle haben, sich erfüllt fühlen.

Wohlstand bedeutet für indigene Menschen Fülle; es ist eine Empfindung, die von Sorgen befreit und entsteht, wenn man in Verbindung mit der Natur ist, in Verbindung mit dem Ursprung. Die Arbeit oder die Liebe zur Arbeit ist genau genommen die Liebe zu dieser Art Wohlstand, den man nur durch die Gemeinschaft mit anderen Menschen empfängt.

Arbeit bezieht sich in den Sozialverbänden der Ureinwohner immer auf Subsistenzwirtschaft, also Selbstversorgung. Es wird niemals mehr produziert, als verbraucht und gebraucht wird. Häufig sind in den Gesellschaften der Ureinwohner die Frauen für das leibliche Wohlergehen der Gemeinschaft zuständig. Sie sammeln Pflanzen, Nüsse, Wurzeln, fangen Kleintiere oder bearbeiten den Boden in Ackerbaugesellschaften. Sie sammeln Kräuter und stellen Medizin her. Sie bereiten das Essen zu und verteilen es.

Auch die dazugehörigen Keramikgefäße, Töpfe, Bretter zum Mahlen und andere Kochutensilien und Werkzeuge entwickeln und schaffen sie sich selber. Männer tragen durch Fischen und Jagen zur Ernährungsvielfalt bei, bzw. kümmern sich um die Landwirtschaft. Sie haben ansonsten Aufgaben, die außerhalb der Ernährung durch Essen liegen.

Ernährung geht über das Körperliche hinaus

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Viele Tätigkeiten in indigenen Gesellschaften, auch die Feldarbeit, werden von Musik und Gesang begleitet, welche einen bestimmten Zustand der Fülle aufrechterhält, der – das ist allen bewusst – nicht von selbst fortbesteht.

In einem Stammesdorf besteht eine enge Beziehung zwischen Kunst und Ritual. Arbeit ist eigentlich ein Ritual und das Ritual heilt die Arbeitenden.

Malidoma Somé berichtet aus seinem afrikanischen Dorf:

“Ich erinnere mich an die bewegenden poetischen Gesänge meiner Mutter beim Getreide mahlen. Nach sechs Stunden hatte sie erst einen kleinen Korb voll Mehl. Aber dieses Mehl als Ergebnis ihrer Arbeit enthielt enorme Energie, sowohl die spirituelle Energie der Poesie und Musik als auch die im Getreide enthaltene physische Energie. Ihre ganze Arbeit war ein Kunstwerk, mit so echter, totaler Hingabe verrichtet, dass sie die tiefe Empfindung der Fülle in der ganzen Familie erzeugte.”

Nicht nur in Afrika, sondern in allen indigenen Systemen gehen die Menschen mit Nahrung auf die gleiche Weise um. Ein weiteres Beispiel sind die Maori auf Neuseeland:

Kai (Essen) war schon immer ein wichtiger Teil der Lebensweise der Maori. Die Ahnen schaffen mit Kai die Verbindung von Frauen und Männern zum spirituellen Bereich. Kai vereinigt Frauen und Männer mit der Erde und allen Elementen, inklusive der Sonne. Kai verbindet Frauen und Männer mit den anderen Männern und Frauen der Gemeinschaft, während es wächst, dann geerntet, getauscht und schließlich geteilt wird. Kai verbindet Frauen und Männer mit sich selbst, weil es erhält und nährt. Besondere Fachkenntnisse und geschicktes Können umschließen alle Aspekte von Kai. Diejenigen, die dieses Wissen besitzen werden nicht nur verehrt, ihnen wird auch die Verantwortung auferlegt, ihr Wissen und Können an andere weiterzugeben.

Charles Royal, Maori Food

Menschen, die mit dieser Art der Ernährung vertraut sind, müssen sich hilf- und schutzlos vorkommen, wenn sie plötzlich wegfällt. Zur Zeit der Wüstenbildungen konnten die Frauen ihre Sippen nicht mehr ernähren – weder energetisch noch physisch. Die Menschen fanden keine Erfüllung mehr, stattdessen entstand ein Defizit.

Welche Konsequenzen dies hat beschreibt Malidoma Somé sehr deutlich, denn es ist genau die alles verändernde Ursache für die Bildung patriarchaler Strukturen:

“Die zwischenmenschlichen Beziehungen, die durch die Arbeit (Selbstversorgung) verfestigt werden, weil das Produkt und die gemeinsamen Gesänge ein Band unter den Menschen weben, bilden eine “Energieglocke, die wie ein Sonnenschirm schützend über den Menschen liegt”.

Ernährung ist die Aufnahme von Energie

Der Kolonialismus, alt oder neu, gehört zu einem System, das diese Energieglocke zerreißt und die Menschen schutzlos den Elementen aussetzt. Jean Liedloff über die südamerikanischen Yequana:

“Das Bedürfnis nach gefühlsmäßiger Versicherung ist bei den Yequana ein anerkannter Teil der menschlichen Natur, einer an dessen Berücksichtigung die Gesellschaft ein Interesse hat. Es ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme dagegen, dass irgendeines ihrer Mitglieder, durch den Druck von Umständen auf sein natürliches Sozialverhalten, sich in Konflikt zur Gesellschaft entwickelt.

Diese zur Aufrechterhaltung der Harmonie nötige Energie ist etwas so Delikates, dass sie durch die leiseste Beeinträchtigung vernichtet werden kann.

Eine derartige Beeinträchtigung waren die enormen Klimaveränderungen und Dürrezeiten, die erstmals die patriarchalen Netzwerke hervorgebracht haben. Einmal entstanden, breitete sich das Herrschafts-Paradigma dann weiter durch systemische Herrschaftstechniken wie Kolonialismus, Missionierung und gewalttätiges Inbesitznehmen weltweit aus.

Den Gipfel haben wir mit der Globalisierung erreicht, wonach entweder eine gründliche Rückbesinnung und ein Bewusstwerden unseres Systems mit entsprechenden neuen Handlungsmustern erfolgen muss, oder die totale Zerstörung menschlichen Lebens.

Das heißt: Wir sind dabei mitten in der kapitalistischen Maßlosigkeit des Überflusses zu verhungern, wo wir eben nicht die ernährende Energie bekommen, die uns Fülle gibt.

Frauen und Kleinbauern ernähren die Welt

Im patriarchalen Ökonomieverständnis der Globalisten gelten Kleinstrukturen als rückständig und provinziell. Dabei wird vernachlässigt, dass bäuerliche und handwerkliche Kleinbetriebe ganz wesentliche Stützen der

  • biologischen Vielfalt,
  • der Ernährungssicherheit und
  • des gemeinschaftlichen Wertgefühls sind.

Die Ethnologin und Soziologin Veronika Bennholdt-Thomsen erforschte über viele Jahre eine Region im Süden Mexikos, und illustriert anhand ihrer Studienergebnisse, wie viele und wie viel unterschiedliche gesellschaftliche-kulturelle Elemente die Agrobiodiversität stützen.

Bennholdt-Thomsen bezeichnet mit “Subsistenz”, was notwendig für ein zufriedenes und erfülltes Leben ist. Im Gegensatz zu Gewinnstreben, Konkurrenz, Konsumismus und Umweltzerstörung.

Zufriedenheit und Erfüllung

In der Mitte der pazifischen Küstenebene liegt Juchitán. Es ist ein großes Dorf von 80.000 Einwohnern und Marktstadt zugleich. Ab 1960 wurde hier von der mexikanischen Regierung ein Staudamm gebaut, um Bewässerungsland zu schaffen und daraufhin wurden zahlreiche, auf Produktionssteigerung zielende landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte durchgeführt.

Trotzdem wird in Juchitán bis heute der „zapalote chico“, die traditionelle, einheimische Maissorte ausgesät, und obwohl die Region geografisch dem Welthandel offen steht.

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Marktstände in Juchitan

Dass auf Massenproduktion ausgerichteter Maisanbau nicht Fuß fassen konnte, gründet sich auf die besondere Sozialstruktur in dieser Region.

Die Frauen von Juchitan

Die Frauen von Juchitán sind Händlerinnen, es gibt keine Hausfrauen; und auch keine Bäuerinnen, sondern nur Bauern. Für die ist es finanziell wesentlich lohnender, den Mais an die Frauen in der eigenen Stadt zu liefern, als an eine Aufkauforganisation, die ihn exportieren würde.

Die Juchitecas verarbeiten den von den Bauern gekauften Mais zu den verschiedenen einheimischen Maisgerichten und zwar für den Verkauf auf dem Markt.

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Maistortillas “Totopo”

Der „totopo“, eine haltbare Zwiebacktortilla, wird von den juchitekischen Fernhändlerinnen bis in den Süden der USA und bis nach Guatemala hinein gehandelt. Diese “Veredelung” des Rohstoffes Mais vor Ort, durch die Frauen meist der eigenen Familie, bringt dem Bauern, trotz der vergleichsweise niedrigen Ertragsmenge der traditionellen Sorte, mehr ein, als Hochertragsanbau und Verkauf an den “Broker”.

Nach allen Kriterien der Entwicklungsökonomie müsste eine solchermaßen vorgeblich rückständige Landwirtschaft mit Armut einhergehen. Das Gegenteil ist der Fall.

Die geschlechtsegalitäre, eben nicht geschlechtshierarchische Arbeitsteilung stabilisiert die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Die wiederum sind der Grund dafür, dass die Zapoteken von Juchitán geradezu wohlsituiert leben. Dafür sorgt die hohe Bedeutung der Nahrungsmittel im zapotekischen Wertesystem.

Die Tatsache, dass 75 Prozent der Lebensmittel auf dem Markt aus der Region selbst stammen, bedeutet, dass konsumiert wird, was auch hier produziert und verarbeitet worden ist.

Die Ökonomie der Feste

Jedes Fest in Juchitán geht über mehrere Tage, mindestens über zwei. Der letzte Tag wird „Lavada de Ollas“, Tag des Töpfewaschens, genannt und entspricht unserer alten Tradition des „Kehraus“.

Die „Velas“, die großen Gemeinschaftsfeste, gehen über vier Tage. Ohne „Lavadas“ verzeichnet das Register der Gemeindeverwaltung 628 große Feste jährlich. Allein 83 davon sind im Mai, 58 im Dezember.

Die Mehrzahl der hier erwähnten Feste sind keine offiziellen Feiertage. Sie beginnen entweder um 20.00 Uhr oder – häufiger – um 14.00 Uhr, der „Hora de la Pachanga“, der Stunde der Sause. Für die meisten ist dann Feierabend, denn in der Regel fängt der Arbeitstag der Bauern und Händlerinnen zwischen 4.00 und 5.00 Uhr an, und die wichtigsten Tätigkeiten sind bis zum frühen Nachmittag verrichtet.

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Arbeit und Fest gehen fließend ineinander über, beides ist der Alltag

Diese städtische Gesellschaft mit ihren großen gesellschaftlichen Ereignissen wird von den Frauen und Händlerinnen getragen, die die lokale und regionale Zirkulation aufrechterhalten. Der Bauer bindet sich vermittelt über seine Austauschbeziehungen ein.

Eingebunden in die besondere Kultur der großen Feste , sorgen sie dafür, dass ihre Waren und ihre Arbeit auch ihren Wert behalten. Zu diesen Festen gehören neben den Lebensmitteln auch die einheimische (Fest)Kleidung und der Schmuck des Festplatzes, wofür hauptsächlich die Frauen zuständig sind; aber auch zapotekische Musik und Poesie, für die die Männer verantwortlich zeichnen.

Mit all dem gehen sie nicht sparsam, sondern verschwenderisch um, was wiederum die Wirtschaft in Schwung hält.

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Vela in Juchitan

Auch in Juchitán unterliegen die Waren und das Geld denselben Mechanismen der Inflation, des Wechselkurses oder der Preisbildung im Gefolge von Angebot und Nachfrage wie andernorts auch.

Und dennoch ist der Warentausch in andere gesellschaftliche Verhältnisse eingebettet, die ihm eine andere Bedeutung geben: In Juchitán wird die moderne Marktwirtschaft durch nicht-patriarchale Verhaltensmuster und Gemeinschaftssinn kulturell anders modelliert.

Die herrschende Wirtschaftslehre tendiert dazu, diese Zusammenhänge zu ignorieren. Sie passen nicht in die Strukturen der Globalisten, wo 1% der Menschen sich auf Kosten aller anderen bereichert. Dabei ist eins klar: Diese Bereicherung der Wenigen funktioniert nur, wenn alle deren Spiel mitspielen!

Wir haben vor noch nicht allzu langer Zeit in Deutschland nach der Widervereinigung die negativen Auswirkungen neu kennengelernt, wenn einheimische Güter als geringschätzig abgetan werden.

Vielen Menschen in Ostdeutschland waren die Produkte der eigenen Gegend nichts mehr wert. So mussten etwa Schlachthöfe und Molkereien schließen. Betriebe aus dem Westen kauften die Schweine und die Milch billig auf. Sie kehrten später als Wurst und Molkereierzeugnisse aus westdeutscher Herstellung teuer wieder in die Regale der östlichen Geschäfte zurück.

In Italien finden wir heute noch eine unverfälschte, gesunde Küche

Die meisten Italiener haben noch im­mer ein Ver­ständnis von Essen, das in Mitteleuropa weitgehend fehlt.

  • Sie le­gen sehr viel Wert darauf,
  • sie sprechen viel da­rü­ber,
  • sie betrachten Essen nicht als „Satt­ma­cher“, sondern möchten es genießen.
  • Sie verbringen viel Zeit beim Essen.
  • Die wichtigste Eigenschaft der traditionellen ita­lie­nischen Küche ist ihre Ein­fachkeit, mit zahlreichen Gerichten, die nur aus wenigen Bestandteilen be­ste­hen.
  • Die ita­lienischen Köche (und Köchinnen) verlassen sich mehr auf die Qualität der Zu­ta­ten als auf deren Anzahl und eine aufwendige Zu­be­rei­tung.
  • Die Re­zep­te wur­den öfter von Großmüttern und Müttern erschaffen als von Res­tau­rant­chefs und sind deshalb wie geschaffen für die „cucina casalinga“ (Haus­manns­kost).
  • Viele traditio­nelle Ge­rich­te, die mit der Zeit ausgespro­che­ne „Spezialitäten“ ge­wor­den sind, stam­men von der einfachen Küche der Bauern und der weniger begüterten Klassen.

Nicht ohne Grund stammt die Slow-Food-Bewegung aus Italien.

Langsame Ernährung – Was genau ist Slow-Food?

Slow Food ist eine ursprünglich aus Italien stammende Bewegung, die sich das Ziel ge­setzt hat, das Ge­nießen des Es­sens zu fördern, und sich daher ge­gen Fast Food und über­haupt gegen schlechtes, hekti­sches Essen (und Le­ben) einsetzt.

Slow Food be­müht sich um die Erhaltung der regionalen Küche mit den hei­mischen Pro­duk­ten, Tieren und Pflanzen und deren lokaler Produktion. Der Gründer und in­ter­nationale Vor­sitzende Carlo Petrini definierte die Grund­begriffe einer „Neuen Gastronomie“ als Maßstab: Buono, pulito e giusto (gut, sauber und fair). Wenn ein Element fehle, sei das nicht Slow Food, so Petrini.

Slow Food entstand in den 1980er Jahren in der piemontesischen Kleinstadt Bra. Alles hatte 1986 mit den Auseinandersetzungen um den Plan von McDonald’s be­gon­nen, ausgerechnet in der Altstadt von Rom ein Hamburger-Restaurant zu eröffnen.

Die Journalisten, die in der Nähe ar­bei­te­ten, vor allem die Re­dak­teure der Tageszeitung „Il Manifesto“ mit der Gourmet-Bei­la­ge „Gambero Rosso“ (Roter Krebs), taten sich zusammen, bauten auf der be­rühm­ten Piazza di Spagna – als Protest gegen „Fast Food“ – eine lange Tafel auf und ser­vier­ten dort Speisen nach alter italienischer Tradition (und Qualität).

So entstand “Slow Food”.

Der Verein ließ sich den Begriff „Slow Food“ als Markennamen schützen. Unternehmen, die den Begriff in einem anderen Zusam­men­hang benutzen, werden dementsprechend per Anwalt mit einer Abmahnung we­gen Copyright-Verletzung bedacht. Das Logo von Slow Food ist die Schnecke – das Symbol der Langsamkeit.

Aus der von Carlo Petrini 1986 gegrün­de­ten kleinen Organisation ist mitt­ler­weile eine internationale Organisation mit über 80.000 Mitgliedern in über 100 Ländern auf allen Kontinenten geworden. Derzeit sind es in Deutschland rund 10.000, die in lokalen und regionalen „Convivien“ (Tafelrunden) organisiert sind. Die tragende Idee der Slow-Food-Bewegung ist,

  • den Genuss,
  • den Ver­stand und
  • die Lang­sam­keit

wieder in den Vordergrund zu bringen.

Aufgepasst: Wer Slow Food mit Bio-Lebensmitteln gleichsetzt, irrt sich. Für Slow Food steht im We­sent­lichen die Vielfalt der Nah­rungs­mit­tel und Esskulturen im Vordergrund. Wichtig ist der möglichst ursprüngliche Ge­nuss, der zwar bei Bio-Produkten gegeben sein kann, aber nicht zwangsläufig muss. Ein Biowein, der nicht schmeckt, entspricht nicht den Anforderungen von Slow Food.

Die Organisation Slow Food hat mit der Arche des Geschmacks eine Liste von gefährdeten Le­bens­mit­teln, Kulturpflanzensorten und Nutz­tier­ras­sen er­stellt, die angesichts einer glo­ba­li­sier­ten Le­bens­mit­tel­wirt­schaft und ein­sei­tig an Ertrags­hö­he und Ver­mark­tungs­fä­hig­keit orien­tier­ter Zucht­aus­wahl und ei­nem Kos­ten­druck in der Verarbeitung, im Fort­bestand gefährdet sind.

Die auf der Arche aufgenommenen Lebensmittel („Passagiere“ genannt) müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Einzigartige geschmackliche Qualität!
  • Historische Bedeutung!
  • Die Produkte sind in ihrer Existenz bedroht.
  • Sie haben einen identitätsstiftenden Charakter für eine Region,
  • sie unterstützen die nachhaltige Entwicklung einer Region,
  • sie sind frei von gentechnischer Veränderung.
  • Die Tiere stammen aus artgerechter Haltung.
  • Die Produkte sind käuflich erwerbbar.

Slow Food steht auch für politische Lobbyarbeit:

  • für Verbraucherschutz im Lebensmittelbereich,
  • gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel,
  • in der Agrarpolitik vor allem gegen die Anwendung von Pestiziden,
  • für Engagement im Umweltschutz und die Sammlung und Erhaltung des Wissens um lokale Anbau- und Verarbeitungsmethoden.

Weitere Informationen bei Slowfood Deutschland

Welche Ernährung ist richtig?

Essen bedeutet »etwas zu sich nehmen«. Was wir essen, prägt uns. Wenn Menschen Fleisch aus Massentierhaltungen und Schlachthöfen zu sich nehmen, nehmen sie auch die in diesem Fleisch gespeicherten Angsthormone zu sich, von den vielen Aufputschmitteln, Pharmazeutika und Impfstoffen ganz zu schweigen. Die durch die Fleisch- und Futtermittelproduktion verursachte Umweltzerstörung ist existenzbedrohend, die den Schlachttieren zugefügte Gewalt himmelschreiend. Deswegen reduzieren viele Menschen ihren Fleischkonsum und die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen wächst täglich. Dazu ein kurzes Video von Harald Kauz Vella:

Es handelt sich bei diesem Video um einen Ausschnitt dieses Vortrags: https://youtu.be/M2Y3oQC2Wd0 – Seid nicht spielbar wie ein Klavier :-)


Quellen/Literatur

Malidoma Somé, Die Weisheit Afrikas: Rituale, Natur und der Sinn des Lebens

In diesem Buch offenbart Malidoma, wie das Leben der Dagara mit seinen Ritualen zu einer tiefen Beziehung zur Natur und dazu einem harmonischen, spirituell wachen Zusammenleben in der menschlichen Gemeinschaft führen kann. Wer sich von diesen heilenden Ritualen inspirieren lässt, der/die ist offen, ihren/seinen persönlichen Sinn im Leben zu finden.

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Jean Liedloff, Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit.

Warum laufen in unserer westlichen Zivilisation so viele Menschen mit unbefriedigten Sehnsüchten und mit verstörtem Geist herum? Warum schreien so viele Seelen nach Wertschätzung, nach Aufmerksamkeit und Liebe? Die Antwort findet sich in diesem Buch. Wir glauben alles mit unserem Verstand meistern zu können und haben dabei die grundlegendsten Bedürfnisse unserer Kinder von Geburt an missachtet. Nicht aus böser Absicht, sondern weil wir es nicht anders kennen. Schauen wir uns unsere vorausgegangenen Generationen an, so können wir erahnen wie viel Schmerz, Verdrängung und Leid gelebte Realität war und bis in unsere heutige Zeit hinein wirkt.

Wer sich auf den Weg macht, ein Kind bekommen zu wollen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Wir können unseren Kindern niemals zu viel Liebe schenken, wenn sie mit Freiheit verknüpft ist! Überbehütung, Verzärtelung oder Schwäche findet dann nicht statt, sondern es entwickeln sich Kinder mit natürlichem Eroberungswillen die Welt zu entdecken.

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Charles Royal, Maori Food

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Veronika Bennholdt-Thomsen, Juchitan. Stadt der Frauen. Vom Leben im Matriarchat

Dieses Buch basiert auf einem 13-monatigen Forschungsprojekt von 1990 bis 91 bei den ZapotekInnen Mexikos.

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Foto von Edgar Castrejon auf Unsplash

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