Karma

Karma, das Gesetz der Wechselwirkung

Die Menschen reden von verdientem und unverdientem Schicksal, von Lohn und Strafe, Vergeltung und Karma (Schicksal). Das alles sind nur Teilbezeichnungen eines in der Schöpfung ruhenden Gesetzes: Das Gesetz der Wechselwirkung.

Ein Gesetz, das in der ganzen Schöpfung von Urbeginn an liegt, das in das große, nie endende Werden unlösbar hineingewoben wurde als ein notwendiger Teil des Schaffens. Ein ewiges Geben und Nehmen!

Was bedeutet Karma?

Karma (Sanskrit: kamma „Wirken, Tat“) bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat.
Karma lässt sich auf den Nenner bringen: „Was der Mensch sät, das wird er ernten!“

Die wenigen Worte geben das Bild des Wirkens und Lebens in der ganzen Schöpfung so glänzend wieder, wie es kaum anders gesagt werden kann. Fest eingewebt ist der Sinn der Worte im Sein. Unverrückbar, unantastbar, unbestechlich in fortwährender Auswirkung.

Wir können es sehen, wenn wir es sehen wollen! Beginnen wir damit bei der Beobachtung der jetzt sichtbaren Umgebung. Was wir Naturgesetze nennen, sind ja die göttlichen Gesetze, also der Wille der Schöpfung. Ihr werdet schnell erkennen, wie unentwegt sie sich in dauernder Betätigung befinden; denn wenn wir Weizen säen, ernten wir keinen Roggen. Und wenn wir Roggen streuen, entsteht kein Reis! Das ist für jeden Menschen so selbstverständlich, dass er dabei über das eigentliche Geschehen gar nicht nachdenkt. Er wird sich deshalb des darin ruhenden strengen und großen Karma-Gesetzes gar nicht bewusst. Und doch steht er so oft vor dem Problem eines Rätsels, das ihm kein Rätsel zu sein braucht.

Das gleiche Gesetz nun, das wir hierbei beobachten können, wirkt sich mit derselben Zuverlässigkeit und Stärke auch in den feinsten Dingen aus, die wir nur durch Vergrößerungsgläser erkennen können. Und darüber hinaus noch in dem feinstofflichen Teil der ganzen Schöpfung, der der weitaus größere ist.

In jedem Geschehen lässt es sich finden, auch in der subtilsten Entwicklung unserer Gedanken, die ja auch eine gewisse Stofflichkeit haben, da sie sonst keine Wirkung hervorzubringen könnten.

Wie könnten wir annehmen, dass es gerade dort anders sein soll, wo wir es anders haben möchten? Unsere Zweifel sind in Wirklichkeit nichts weiter als ausgesprochene innere Wünsche!

Unendliches Wachsen und Werden

Auch das Wachsen und Werden ist fortdauernd, trägt Früchte und bringt die gleiche Art hervor. Dieses Geschehen geht einheitlich durch alles, macht keine Unterschiede, lässt keine Lücke, hält nicht vor einem anderen Teile der Schöpfung an, sondern trägt die Wirkungen hindurch wie einen unzerreißbaren Faden, ohne abzusetzen oder abzubrechen.

Wenn sich auch der größte Teil der Menschheit in ihrer Beschränkung und Einbildung von dem Weltall absonderte, die göttlichen oder Naturgesetze haben deshalb nicht aufgehört, dazu zu gehören und in unveränderter Art ruhig und gleichmäßig weiter zu arbeiten.

Das Gesetz der Wechselwirkung bedingt aber auch, dass der Mensch alles, was er sät, also dort, wo er die Ursache zu einer Wirkung oder Auswirkung veranlasst, auch ernten muss!

Karma gleich Schicksal

Menschen haben immer nur die freie Entscheidung bei Beginn einer jeden Sache darüber, in welche Richtung die sie durchströmende Allkraft geleitet werden soll. Die daraus entstehenden Folgen der von ihnen gewollten Richtung müssen sie dann tragen. Trotzdem beharren viele auf der Behauptung, dass der Mensch doch keinen freien Willen habe, wenn er einem Schicksal unterworfen ist!

Diese Dummheit soll nur den Zweck einer Selbstbetäubung haben. Oder ein murrendes Sichfügen in etwas Unvermeidliches, ein jammerndes Ergeben, hauptsächlich aber eine Selbstentschuldigung. Denn jede dieser auf ihn zurückfallenden Auswirkungen hat ja einen selbstbestimmten Anfang genommen. Und bei diesem Anfang lag die Ursache für die spätere Auswirkung in einem vorausgegangenen freien Entschluss des Menschen.

Dieser freie Entschluss ist jeder Wechselwirkung, also jedem Schicksal, einmal vorausgegangen!

Mit einem ersten Wollen hat der Mensch jedes Mal etwas erschaffen, in dem er später, über kurz oder lang, selbst einmal leben muss. Wann dies erfolgt, ist aber sehr verschieden. Es kann noch in dem gleichen Leben sein, in dem das erste Wollen den Anfang dazu schuf. Ebenso gut kann es aber nach Ablegen des grobstofflichen Körpers in der feinstofflichen Welt geschehen. Oder aber noch später wieder in einem grobstofflichen Erdendasein.

Die Veränderungen spielen beim Karma keine Rolle, sie befreien den Menschen nicht davon. Dauernd trägt er die Verbindungsfäden mit sich, bis er davon erlöst, das heißt „gelöst“ wird durch die letztendliche Konsequenz, die durch das Gesetz der Wechselwirkung erfolgt.

Der Erschaffende ist an seine eigene Schöpfung gebunden, auch wenn er sie anderen zugedacht hat!

Wenn also heute ein Mensch den Entschluss fasst, einem anderen irgend etwas Übles zu tun, sei es nun in Gedanken, Worten oder Werken, so hat er damit etwas „in die Welt gesetzt“, ganz gleichgültig, ob allgemein sichtbar oder nicht.

Ob nun grobstofflich oder feinstofflich, es hat Kraft und somit Leben in sich, das sich in der gewollten Richtung weiter entwickelt und betätigt. Es heißt: „Man hat sich Karma aufgeladen.“ (Wenn man anderen etwas Gutes tut, lädt man sich ebenfalls Karma auf, aber positives, das sich auch entsprechend auswirkt!)

Wie sich die Wirkung nun bei dem auslöst, dem es gelten soll, liegt ganz an der seelischen Beschaffenheit des Betreffenden, dem es dadurch entweder großen oder kleinen, vielleicht auch verändert als den gewollten, oder auch gar keinen Schaden bringen kann. Denn der seelische Zustand des Betreffenden ist wiederum allein maßgebend für diesen selbst. Es ist also niemand solchen Dingen schutzlos ausgeliefert.

Anders verhält es sich mit demjenigen, der durch seinen Entschluss und sein Wollen die Ursache zu dieser Bewegung gegeben hat, also der Erzeuger war. Mit diesem bleibt das Erschaffene unbedingt verbunden, und kommt nach einer kurzen oder langen Wanderung im Universum verstärkt wieder zu ihm zurück, und zwar wegen der Anziehung von Gleichartigem.

Durch diese Verstärkung tritt eine immer größere Verdichtung ein, bis zuletzt ein grobstofflicher Ausdruck davon entsteht, in dem der einstige Erzeuger nun in der damals von ihm gewollten Art sich selbst ausleben muss, um endlich davon befreit zu werden.

Das ist das Entstehen und der Werdegang des so gefürchteten und verkannten Schicksals!

Es ist gerecht bis in die kleinste und feinste Abstufung, weil es durch die Anziehung nur gleicher Arten in der Rückstrahlung nie etwas anderes bringen kann, als es ursprünglich gewollt war.

Ob für einen bestimmten anderen Menschen gedacht oder im Allgemeinen, ist dabei gleichgültig. Denn derselbe Werdegang ist natürlich auch, wenn der Mensch sein Wollen nicht unbedingt auf einen anderen Menschen oder auf mehrere richtet, sondern überhaupt in irgendeiner Art Wollen lebt.

Die Art des Wollens, für die er sich entscheidet, ist maßgebend für die Früchte, die er am Ende ernten muss. So hängen zahllose feinstoffliche Fäden an den Menschen oder er an ihnen, die alle das auf ihn zurück strömen lassen, was immer er einmal ernsthaft gewollt hat. Diese Strömungen geben ein Gebräu, das unablässig stark auf die Bildung des Charakters einwirkt.

So befinden sich in der gewaltigen Maschinerie des Universums viele Dinge, die an dem „Ergehen“ des Menschen mitwirken, aber es gibt nichts, wozu der Mensch nicht selbst die Ursache war.

Er liefert die Fäden, aus denen im unermüdlichen Webstuhle des Seins der Mantel gefertigt wird, den er zu tragen hat. Es heißt „Was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Und nicht, „kann“ er ernten, sondern er „wird“. Das bedeutet, er muss das ernten, was er sät.

Unverstandenes Karma

Wie oft hört man sonst sehr vernünftige Menschen sagen: „Dass Gott so etwas zulässt, ist mir unbegreiflich!“

Unbegreiflich aber ist es, dass Menschen so etwas sagen können. Wie klein stellen sie sich dieser Äußerung nach die Schöpfung vor? Sie geben damit den Beweis, dass sie sich einen „willkürlich handelnden Gott“ vorstellen.

Aber die Schöpfung greift in alle diese kleinen und großen Menschensorgen, Kriege, Elend und was es Irdisches noch mehr gibt, gar nicht direkt ein! In die Schöpfung wurden von Anfang an die vollkommenen Gesetze eingewoben, die selbsttätig ihre unbestechliche Arbeit durchführen, sodass sich alles haarscharf erfüllt.

Und sich immer gleich auslöst, wodurch eine Bevorzugung ebenso ausgeschlossen ist wie eine Benachteiligung. Und somit jede Ungerechtigkeit unmöglich ist. Gott braucht sich also darum nicht besonders zu kümmern, sein Werk ist lückenlos.

Ein Hauptfehler so vieler Menschen ist der, dass sie nur nach dem Grobstofflichen urteilen und sich darin als Mittelpunkt sehen, sowie mit einem einzigen Erdendasein rechnen, während sie in Wirklichkeit schon mehrere Leben hinter sich haben. Diese, sowie auch die Zwischenzeiten in der feinstofflichen Welt, gelten als ein einheitliches Sein, durch das die Fäden ohne abzubrechen straff gezogen sind. Sodass also in den Auswirkungen eines jeweiligen irdischen Daseins nur ein kleiner Teil dieser Fäden sichtbar wird.

Kinder kommen nicht notwendigerweise unschuldig auf die Welt

Ein großer Irrtum ist es demnach, zu glauben, dass mit dem Geborenwerden ein vollkommen neues Leben einsetzt, dass ein Kind also „unschuldig“ ist. Und dass alle Geschehnisse nur auf das kurze Erdendasein berechnet werden dürfen. (Siehe Reinkarnation) Wäre dies der Fall, so müssten selbstverständlich bei bestehender Gerechtigkeit Ursachen, Wirkungen und Rückwirkungen geschlossen auf die Spanne eines Erdenlebens fallen.

Diesen Irrtum können wir getrost vergessen. Und dann werden wir auch die häufig vermisste Logik und Gerechtigkeit in allen Geschehnissen entdecken!

Viele erschrecken dabei und fürchten sich vor dem, was sie nach diesen Gesetzen in der Rückwirkung von früher her noch zu erwarten haben.
Ganz abgesehen davon, dass mit dem Einsetzen des guten Willens sofort eine Grenze für den Punkt gesetzt wird, wo die Kette der üblen Rückwirkungen ein Ende erreichen muss, tritt noch ein anderer Vorgang in Kraft, der von ungeheurem Wert ist.

Durch das dauernd gute Wollen in allem Denken und Tun fließt ebenfalls rückwirkend aus der gleichartigen Kraftquelle beständige Verstärkung, sodass das Gute in dem Menschen stärker und stärker wird, aus ihm heraustritt und die feinstoffliche Umgebung danach formt, die ihn wie eine Schutzhülle umgibt.

Kommen nun üble Rückwirkungen von früher her zur Auslösung auf diesen Menschen zurück, so gleiten sie an der Reinheit von dessen Hülle ab und werden so von ihm abgelenkt.

Dringen sie aber trotzdem in diese Hülle ein, so werden die üblen Strahlungen entweder sofort zersetzt, oder doch bedeutend abgeschwächt. Dadurch kann die schädliche Wirkung gar nicht oder nur in ganz geringem Maße stattfinden.

Außerdem ist durch die erfolgte Wandlung auch der eigentliche innere Mensch, auf den die Rückstrahlungen eingestellt sind, mit dem andauernden Bestreben zum guten Wollen viel verfeinerter und leichter geworden, sodass er der größeren Dichtheit übler oder niederer Schwingungen nicht mehr gleichartig gegenübersteht. Ähnlich wie bei der drahtlosen Telegrafie, wenn der Empfangsapparat nicht auf die Stärke des Sendeapparates eingestellt ist.

Die natürliche Folge davon ist, dass sich die dichteren Schwingungen, weil andersartig, nicht festhaken können und ohne Auswirkung schadlos hindurchgehen.

Deshalb unverzüglich ans Werk! Der Schöpfer hat uns in der Schöpfung alles in die Hand gelegt. Nütze die Zeit! Jeder Augenblick birgt das Verderben oder den Gewinn.

Wie die Leute dich behandeln, ist ihr Karma,
wie du reagierst, ist deins.

Wayne Dyer

Quelle

Im Lichte der Wahrheit, Gralsbotschaft von Abdrushin, Kapitel 6, in moderne Sprache gebracht von H. Vonier

Hinterlasse gerne einen Kommentar