Egregor

Wie du dich aus dem Griff des Egregors befreien kannst


Dieser Beitrag ist Teil 3 von 3 der Serie Egregor

Wenn die meisten Menschen an die Worte „Egregor“ und „Magie“ denken, kommen sie wahrscheinlich nicht auf die Idee, dass die beiden zusammen ein mächtiges Werkzeug für persönliches Wachstum sein können. Nachdem wir im 1. Teil dieser Serie erfahren haben, was ein Egregor ist und wie er wirkt, im 2. Teil dann Beispiele gehört haben, werde ich in diesem Blogbeitrag darüber sprechen, wie ein Egregor dein Leben beeinflussen kann und wie du dich aus seinem Griff befreien kannst.

In welchen Gruppen bin ich aktiv?

Im vorigen Teil haben wir gehört, dass man Egregore meiden kann, indem man Menschen meidet.

Was bedeutet das? Wir können lernen, die Energie aufzulösen, die uns an einen Egregor bindet, dabei ist es aber wichtig, dass wir uns im Klaren darüber sind, was wir beabsichtigen und welche Resultate wir erwarten, wenn wir uns bestimmten Gruppen anschließen – sei es nun eine Straßengang, der Elternbeirat, ein esoterischer Orden oder ein locker organisierter Künstlerkreis.

Wenn wir unsere Lebensziele durch den Beitritt zu einer Organisation oder die Teilnahme an einer Bewegung erreichen wollen, dann sollten wir zuerst einmal unbedingt wissen, welches unsere Ziele sind. Nur wenn uns klar bewusst ist, was wir erreichen wollen, können wir wissen, ob die Gruppen, denen wir uns anschließen, uns auf unserem Weg unterstützen oder behindern.

Unsere Ziele gut zu kennen, kann zugleich eine nützliche Checkliste sein, wenn wir bereits an einer Gruppe teilnehmen. So erkennen wir, ob wir unsere Zeit sinnvoll nutzen.

Nur allzu leicht lässt man sich vor dem Eintritt von Versprechungen und danach von anderen Aktivitäten ablenken. Zu wissen, was wir erreichen wollen, und zu vergleichen, was versprochen und was tatsächlich geboten wird, ist ein gutes Mittel, damit wir nicht vom Weg zu unserem Ziel abkommen – und damit wir uns von denen fernhalten, die uns nur für ihre eigenen Ziele ge- oder missbrauchen würden. 

Das ist gemeint: Man muss bestimmte Menschen meiden.

Gruppen Gleichgesinnter entstehen nicht zufällig, sondern aus Notwendigkeit. Kurz gesagt: Notwendigkeit gebiert Genie, zugleich aber auch psychische Widerstandsfähigkeit und persönliche Meisterschaft.

Aus einem Handarbeitskränzchen oder einer okkulten Loge können wir immer nur das herausholen, was wir – tief in unserem Innersten – vor allem anderen wirklich wollen. Zuerst müssen wir wissen, warum wir daran teilnehmen.

Über dem Apollon-Tempel in Delphi, dem berühmten Orakel, stand schließlich nicht „Erkenne die Wünsche des Vorstands und passe dich an“, sondern „Erkenne dich selbst“. 

Egregore zerstören

Genau wie wir Egregore zerstören können – sei es in ihrer klassischen Form, wonach sie von einer Intelligenz beseelt sind, oder nach moderner Definition, wonach es sich dabei um ein kollektives Bewusstsein handelt – können wir uns auch von ihrem Einfluss befreien. 

Um uns zu befreien, müssen wir unsere Verbindung und unseren Kontakt zu den Mitgliedern, Ritualen, Symbolen und Aktivitäten des Egregors sowie seinen materiellen Verankerungen in der Gruppe einschränken. Manchmal kann dies ganz einfach sein: Wir bezahlen keine Mitgliedsbeiträge mehr, gehen nicht mehr zu den Treffen und lesen keine Literatur der Organisation mehr.

Organisationen wie Vereine und Berufs- oder Wirtschaftsverbände haben einen schwächeren Verbandsgeist als eine Religion. Auch hat eine Organisation, der wir als Erwachsene beitreten, im Allgemeinen schwächere Sogwirkung auf uns als eine, der wir uns als Kinder oder Jugendliche anschließen.

Allerdings geht jeder Mensch aus emotionalen Bedürfnissen vielfältige Beziehungen ein. Auch muss jeder seine eigenen Gründe finden, warum er in den verschiedenen Vereinigungen bleibt, seine Beteiligung verändert oder geht.

Manche psychischen oder emotionalen Beziehungen oder „Mitgliedschaften“ geht man leichter ein, einfach aufgrund ihrer Größe. So kann man etwa den Egregor einer Nation nicht vollständig verlassen, auch wenn dessen Art und Stärke von Ort zu Ort schwanken.

Finde deine Herzensanliegen

Außerdem lässt der Einfluss eines Egregors mit der Zeit nach, wenn im Leben neue und andere Herzensanliegen in den Vordergrund rücken – wobei Herzensanliegen hier der Schlüsselbegriff ist. Denn Gefühle sind Futter für Egregore und zugleich das, was unser Handeln anleitet und ausmacht. Bei dem, was wir am meisten lieben, finden wir die größte Konzentration unserer Lebensenergie, unserer magischen Kraft, und damit auch die Egregore, mit denen wir Gemeinschaft pflegen. 

Das Herzensanliegen von Menschen, die sich ernsthaft mit Spiritualität beschäftigen, ist die Loslösung vom Egregor einer vorherrschenden religiösen Bewegung oder gar einer oder mehrerer einweihender Organisationen, denen sie angehören oder mit denen sie früher einmal verbunden waren.

Die Ablösung davon erfordert eine konzentrierte Anstrengung, möglicherweise wiederholte Versuche und die klare Erkenntnis, warum man ihnen überhaupt beigetreten ist und warum man nun austreten oder zumindest ihren Einfluss auf sein Leben und seinen spirituellen Weg minimieren möchte. 

Finde deinen Lebensstil

Manche Wesenheiten sind schwieriger zu erkennen:  Sind sie ein Kollektivbewusstsein oder doch ein klassischer Egregor mitsamt übernatürlicher Intelligenz? 

So haben sich zum Beispiel durch die Reichweite, Beständigkeit und Häufigkeit, mit der über die Massenmedien Botschaften verbreitet werden, viele Bereiche der Pop-Kultur in den letzten Jahrzehnten von reiner Unterhaltung zu einem Lebensstil gewandelt.

Ganz gleich, ob es um Star Wars geht und Menschen, die sich in statistischen Erhebungen bei der Frage nach der Religionszugehörigkeit als Jedi oder Sith bezeichnen, oder um die Follower von Bands oder Persönlichkeiten – grundsätzlich ist es Ziel und Zweck der Medien, Egregoren zu erschaffen. Denke daran, wenn du Medien konsumierst!

Dies kann auch die Entstehung einer spartenübergreifenden Bewegung bedeuten, also von etwas Allgemeinem, aber klar Benennbarem, wie etwa der New-Age-Bewegung, des Steampunk oder sogar verschiedener Reinszenierungs-Gruppen, die historische (und weniger historische) Ereignisse nachstellen. Alle Gruppen haben ihr jeweiliges „typisches“ Mitglied, ein Klischee oder einen Archetyp, der erkennbar und, wichtiger noch, vermarktbar ist.

Gemeinsame Eigenschaften und Werte lassen sich nutzen, um einen temporären oder vorübergehenden kollektiven Geist oder Egregor zu erschaffen. Aufgrund ihrer relativen Stärken und besonderen Schwerpunkte ist die Mitgliedschaft in solchen durch die Medien erzeugten und aufrechterhaltenen Gruppen häufig nur von kurzer Dauer.

Dieser Art der Mitgliedschaft entwächst man daher mit der Zeit, wenn ganz andere Bedürfnisse und Verpflichtungen, die nichts mit ihr zu tun haben, zunehmend mehr Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen.

Entwächst man ihnen nicht oder lässt man seine Beziehungen von ihnen beherrschen, kann man sie ohne Weiteres als nachteilig erkennen. 

Für viele ist ein positiver Egregor eine geistige Zuflucht, ein Hafen im Sturm des Lebens, und so sollten sie auch verstanden und genutzt werden. Wie vermeidet man nun, unter den negativen psychischen Einfluss von Magie oder eines Egregors zu geraten? 

  1. Nicht ablenken lassen
    • Das berühmte Wort, sich nicht ablenken zu lassen, gilt auch für das Alltagsbewusstsein. Man sollte schlicht nicht zulassen, dass die Gedanken abwandern, indem man Fernseher oder Radio laufen lässt. Ebenso wenig sollte man sich ziel- und gedankenlos durchs Internet klicken oder Videospiele spielen, um tagsüber ein Gefühl der Langeweile zu unterdrücken. Erfülle jede Aufgabe mit voller Aufmerksamkeit und wende dich dann der nächsten zu. Die Medien sowie ihre zugehörigen Klänge und Bilder sind der verlängerte Arm verschiedener Egregore. Begrenze deinen Medienkonsum, und zwar ganz bewusst. Mache jeden Gedanken zu einem Gebet, indem du deinen Geist mit den Ideen und Bildern füllst, die ihm am besten dienen. 
  2. Eindeutige Formen im Bewusstsein 
    • Hier wählen wir Bilder aus und lernen sogar, sie zu erzeugen, damit wir selbst Herr über unseren Geist sind und nicht zur Beute äußerer Kräfte werden. „Klar“ bedeutet, dass es keinerlei Zweideutigkeit hinsichtlich ihrer Bedeutung oder ihres Vorhandenseins gibt und es daher nur beschränkt möglich oder sogar ausgeschlossen ist, dass eine äußere Handlungsmacht uns mit einer Idee oder einem Bild manipulieren kann. Zu diesem Zweck sind wir dann in der Lage zu entscheiden, ob und wann wir uns an einem Egregor beteiligen wollen, und wir wissen, warum wir dies tun, statt aus blinder Hoffnung oder Angst zu handeln. 
  3. Bewegung 
    • „Gesunder Geist, gesunder Körper“ ist der Schlüssel gegen Trägheit und leichte Ablenkbarkeit. Die physische Welt ist die Welt der Aktion; lerne aktiv zu sein, und lasse Denken, Reden und Handeln zusammenfließen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen –  dies ist der Kern der Magie. 

Ein selbst entwickeltes Aussteigerprogramm   

Die Loslösung aus dem Einfluss eines Egregors ist mehr als bloß der Austritt aus einer Gruppe – es ist eine völlige Neuorientierung der eigenen Lebensziele und Lebensrichtung. Deshalb ist sie oft schwierig, denn es ist genauso, wie man es bei der Ablösung aus destruktiven, das Bewusstsein kontrollierenden Sekten kennt.

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass alle Egregore ein Kult im klassischen Wortsinn, nicht aber im modernen, abwertenden Sinn einer Sekte sind. Trotzdem tragen das hohe Maß an emotionaler Energie, die Sozialdynamik, die gemeinsamen Ziele und Werte und die starke „familiäre“ Identifikation und Struktur dazu bei, dass es emotional schmerzlich und schwierig wird, sich –  aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe – von einem Egregor zu lösen.

Dieser Prozess umfasst auch religiöse und spirituelle Konstrukte, z.B. das Kirchen-Christentum, beschränkt sich aber nicht darauf, sondern ist leicht in einer breiten Vielfalt von Lebenserfahrungen zu erkennen. 

Überall gibt es Menschen, die nie über ihre Schul- oder Studienzeit hinauswachsen, insbesondere dann, wenn sie während ihrer Ausbildungszeit in einer Sportmannschaft oder in einem Sportverein waren. Warum? Natürlich besteht eine emotionale Bindung. 

Allerdings sind sportliche Aktivitäten eindeutig auch kollektive ritualisierte Ereignisse, bei denen um eine feststehende Identität herum – häufig verkörpert durch ein Maskottchen – viel sexuelle Energie in eine psychische Kraft mit einem klar definierten Zweck umgesetzt wird.

Dasselbe beobachten wir bei Menschen, die beim Militär waren. Selbst wenn ihre Dienstzeit kurz und ereignislos verlief, ist es nicht ungewöhnlich, diese Männer auch nach zwanzig oder dreißig Jahren noch in olivfarbenen Shirts, Mützen aus Militärbeständen und „Baseball-Caps“ mit Streitkräfte-Logo zu sehen.

Auch die Massenmedien produzieren ähnliche Kultphänomene um einzelne Künstler, Sendungen und Filme, oder Königshäuser, um die herum sich dann Fanclubs und eine ganze Kultur entwickeln.

Diese religiöse Dimension sollte nicht übersehen oder leichtfertig von der Hand gewiesen werden, denn es deutet auf die psychische und spirituelle Schwäche der heutigen Kultur hin.

Man sollte nicht erwarten, dass man sich dem psychischen Einfluss eines Egregors bereits entzogen hat, bloß weil der körperliche Kontakt zu ihm eingestellt und mit ihm verbundene Erinnerungsstücke entfernt worden sind. Um die entstandenen psychischen und physischen Lücken zu füllen, braucht man einen Plan, ein Ziel und einen Sinn für sein Leben.

Als einschneidendes, lebensveränderndes Ereignis hat die Ablösung vom Einfluss eines Egregors und der physischen Entität, die ihn unterhält, Ähnlichkeit mit der Anpassung an ein neues Leben nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben, nach einem Todesfall oder der Überwindung einer Sucht.

Je nachdem, wie lange man in einer bestimmten Vereinigung war, muss man mit einer Trauerphase rechnen, und der gesamte Prozess, bis man sich gelöst, die damit zusammenhängenden Ereignisse umfassend verstanden und eine neue Richtung im Leben gefunden hat, kann bis zu zwei Jahre dauern.

Vereinfacht kann man sagen, dass der Prozess des Ablösens für jedes Jahr, das man mit dem Egregor zu tun hatte, etwa einen Monat dauern kann. Dies ist zwar nur eine allgemeine Faustregel, aber sie stellt zumindest einen Richtwert für den Heilungs- und Wiederaufbauprozess dar. 

Wenn du dich also von einem unerwünschten Einfluss befreien willst, dann ergreife Maßnahmen und halte dich fürs Erste an folgende Punkte. Selbst wenn du nicht sicher bist, ob der Bruch dauerhaft sein soll, sondern lediglich herausfinden willst, wie viel Einfluss bestimmte Ideen oder Aktivitäten auf dein Leben haben, wird das Folgende von Nutzen sein. 

  • Lege alles, was mit deinem entdeckten Egregor zu tun hat, in eine Kiste. Für die Dauer dieser Übung stellst du diese Kiste in einen Schrank, damit du sie nicht sehen kannst, oder gibst sie jemandem zur Aufbewahrung: mindestens einen Monat, idealerweise sechs Wochen.
  • Achte in dieser Zeit darauf, worauf sich deine Gedanken und Gefühle unbewusst konzentrieren.
  • Achte auf die Häufigkeit deiner Gedanken.
  • Überlege in dieser Zeit auch, ob und was du anstelle des Bildes, des Buches oder der Statue aufstellen würdest.
  • Was tust du mit deiner Zeit? Was erschaffst du? Wie drückst du dich aus? Achte dabei auf die negativen Gefühle, die bei dem Gedanken aufkommen, etwas außerhalb deines alten Egregors zu tun, und auf die Freude und die positiven Gefühle, die aufkommen, wenn du an deine neuen Möglichkeiten und Erfolge denkst.
  • Vielleicht findest du einen Weg, beides in Einklang zu bringen, oder du entscheidest dich für eine Rückkehr. 
  • Vielleicht entscheidest du dich auch für eine ganz andere Richtung.
  • Aber egal, was du tust, du tust es jetzt auf der Grundlage deiner persönlichen Entscheidung, als Ausdruck deiner selbst und in Freiheit. 

Das Narrativ kontrollieren

Das gesamte Tun eines Egregors – sei es eine politische Philosophie, eine Familiengeschichte oder ein kultureller Mythos – lässt sich mit dem in der englischsprachigen Welt sehr gebräuchlichen Ausdruck „controlling the narrative“ zusammenfassen. In der westlichen Gesellschaft bestimmen die Mainstream-Medien das Narrativ, egal zu welchem Thema.

Die Erzählung zu kontrollieren bedeutet, die Erzählung selbst in der Hand zu haben und zu kontrollieren, was die Menschen

  • zu hören bekommen,
  • was sie glauben
  • und wonach sie handeln sollen

– alle drei Elemente müssen vorhanden sein.

Es reicht nicht aus, dass andere die Geschichte hören, sie müssen sie auch glauben und danach handeln, wie es ihnen die Erzählung vorgibt.

Auch das ist nicht immer etwas Negatives, und es gibt Egregore, die für manche Menschen gut sind – denk nur daran, wie viele Menschen ihre Süchte, gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder schweren emotionalen Probleme mit Hilfe einer sinnvollen Selbsthilfegruppe überwinden. 

Wenn wir uns jedoch dem Einfluss bestimmter Gruppen und Medien entziehen wollen, müssen wir erkennen, dass wir die Erzählung unseres Lebens – sein Narrativ und seine Werte – nun selbst bestimmen und kontrollieren müssen.

Das erreichen wir, indem wir früher „verbotene“ Literatur lesen, recherchieren, was im Internet zensiert wird, oder Aktivitäten ausüben, die früher verpönt waren.

Das bedeutet auch, sich nicht nur über andere, „alternative“, Ansichten zu informieren, sondern sich ihnen eine Zeit lang aktiv anzuschließen und sie zu schätzen, auch wenn du sie nicht vollständig übernimmst und so ein Kontrollorgan gegen ein anderes austauschst.

Eine umfassende Lektüre über das Thema, dem man einst angehörte, kann sogar helfen, die Wunden zu heilen, die eine sklavische Hingabe an eine begrenzte Sichtweise verursacht hat.

Üblicherweise lässt man sich aus Unwissenheit, Angst und Sicherheitsbedürfnis auf eine solche Hingabe ein und nicht mit Wissen, Selbstbewusstsein und Mut. 

Am Ende können wir nachvollziehen, dass Egregore, falls die Alten recht hatten, auch Lebewesen sind. Ein Egregor hat einen Körper, einen Geist und einen Zweck, der ihn von anderen Wesen – auch anderen Egregoren – abhebt, und er hat die Macht, auf allen drei Ebenen zu handeln:  Auf der materiellen, der psychischen (Gefühle) und der mentalen (Ideen).

Er ernährt sich von den Gefühlen derer, die an ihm beteiligt sind, und erfüllt bestimmte Erwartungen und Wünsche seiner Schöpfer. 

Es ist dabei irrelevant, ob Gedankenformen auch als tatsächliche psychische Wesenheiten existieren – da die modernen Medien zeigen, dass Ideen (oder Meme) in der Absicht entwickelt werden, die Meinung der Masse, und damit das öffentliche Handeln, zu manipulieren.

Die Effektivität, mit der Meme „lebendig“ werden (d. h. „viral gehen“)  können, ist erwiesen, auch wenn dies nur kurze Zeit anhält. Alle Massenmedien, Werbung, Marketing, Massenpsychologie und sogar die oft belächelte Idee der  „Archetypen“ sind wirksame Ausdrucksformen der Ideen und Aktionen, die der antike und der moderne Okkultismus bezüglich „Egregoren“ entwickelt haben. 

Wir sind von diesen Schöpfungen umgeben und tragen ebenso zu ihrem Leben bei wie sie zu unserem.

Dabei kommt es darauf an, dass wir uns als Einzelne bewusst werden, dass die tägliche Informationsflut, der wir ausgesetzt sind, weder harmlos ist noch ohne Folgen bleibt. 

Jede einzelne Idee hat eine Funktion und steht mehr oder weniger im Wettbewerb um unsere Aufmerksamkeit und damit um unsere Lebenskraft und Energie auf allen Ebenen.

Um wirklich zu begreifen, welche Macht Ideen haben, müssen wir aufhören, in Begriffen von „gut“ und „böse“ zu denken. Gut und Böse sind lediglich Konstrukte, die nicht in einer einzelnen, absoluten und universellen Lehre oder Erfahrung verwurzelt sind.

Dies ist ein erschreckender Gedanke, aber es ist auch eine Realität, die allen, die Egregore erschaffen – ganz gleich, ob es sich dabei um Kanäle wie das New-Age oder politische Meme handelt – sehr wohl bewusst ist.

Vollständig zu Ende gedacht, müssen wir akzeptieren, dass es kein Gut oder Böse gibt, sondern nur Ideen und ihre Folgen. Diese Realität zu erkennen, ist der erste Schritt zu ihrer Überwindung.

Unseren eigenen Geist, die Macht der Suggestion, kennenzulernen, uns bewusst Ziele zu setzen, unsere Werte zu definieren und unseren eigenen Weg zu gehen – selbst wenn dies bedeutet, dass wir uns, wenn auch nur vorübergehend, an Egregoren beteiligen, die uns guttun – dies alles erlaubt uns, Meister unseres eigenen Lebens zu werden und keine Schachfigur im Leben eines anderen. 

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