Egregor

Der Egregor: Die verborgene Kraft, die unser Leben kontrolliert


Dieser Beitrag ist Teil 1 von 3 der Serie Egregor

Hast du dich jemals gefragt, warum bestimmte Ideen oder Überzeugungen so mächtig zu sein scheinen, dass sie unsere Gedanken und Handlungen kontrollieren können? Philosophen und Denker sind schon lange von der Idee eines Egregors fasziniert, einer geheimnisvollen Kraft, die unser Verhalten beeinflusst, ohne dass wir es merken. In dieser Blog-Serie werden wir untersuchen, was dieses faszinierende Konzept ist, wie es sich auf uns auswirkt und wie wir uns von seinem Einfluss befreien können.

Der Mensch denkt, dass er unabhängig und frei ist, aber in Wirklichkeit ist er mit dünnen, aber starken Fäden an das unsichtbare Etwas gebunden, das ihn wie eine Marionette beherrscht. Das Wirken von „Egregoren“ ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der esoterisch-okkulten Tradition. Dabei geht es jedoch keinesfalls nur um jene Kreise, die im landläufigen Sinne als „Esoteriker“ bezeichnet werden. Es sind einflussreiche Zirkel in Politik, Wirtschaft und Religion, die – bewusst oder unbewusst – auf die Macht der Egregore setzen. Zu begreifen, was Egregore sind, ist daher ein entscheidender Abschnitt auf dem Weg zur spirituellen Befreiung.

Das Wort Egregor kommt aus dem Griechischen und ist abgeleitet von égrégoros, was „eine autonome psychische Einheit, die aus einer Gruppe von Menschen besteht und deren Gedanken beeinflusst“  bedeutet.

Die gebräuchlichste Definition stammt aus der englischen Wiktionary.org und lautet:

Eine „(okkulte) autonome übernatürliche Wesenheit, die durch die Gedanken einer Gruppe erzeugt wird und diese beeinflusst“. Es gibt allerdings noch eine zweite Definition, älter, treffender und vielleicht auch erschreckender. Ihr zufolge ist ein Egregor mehr als eine „autonome Wesenheit, die durch die Gedanken einer Gruppe erzeugt wird und diese beeinflusst“, sondern auch der Sitz oder Kanal einer konkreten übernatürlichen Intelligenz nichtmenschlicher Art, welche die unsichtbaren Dimensionen mit der materiellen Welt, in der wir leben, verbindet.

Egregore können beflügeln oder unterjochen. In jedem Fall müssen sie als das erkannt werden, was sie sind, damit sie entweder als Quell von Inspiration und Kreativität gefördert oder im Streben nach geistiger Freiheit bekämpft werden können. Die Egregore, die von Tyrannen aufgebaut und unterhalten werden, verfügen über die mysteriöse Fähigkeit, Menschen zu faszinieren.

Dazu gehören auch die Symbole kommerzieller Egregore, die das moderne Leben überfluten. Nehmen wir zum Beispiel Coca-Cola, womit man sich hinter der Illusion von Kultiviertheit und Erfrischung die Zähne ruinieren und Bauchspeck zulegen kann, während man zugleich munter die epidemische Verbreitung von Diabetes heraufbeschwört – und dies in praktisch jedem Land der Welt!

Egregore im Alltag

Der Einfluss von Ort und Umgebung auf einen Menschen hört nie auf. Weniger bewusste Menschen entscheiden nicht selbst, wie sie ihr Leben leben wollen. Sie werden durch einen Egregor gesteuert – dem kollektiven Unbewussten oder der Gruppenseele.

Die meisten Menschen handeln vorhersehbar, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie denken, fühlen und sprechen, als ob sie einem vorgefertigten Skript folgen.

Nimm zum Beispiel die Weihnachtsstimmung, die Jingle Bells in unsere Köpfe zaubert und uns auf die Straßen lockt, um durch die schicke Innenstadt zu schlendern, die Christkindlmärkte zu besuchen, Glühwein zu trinken und die Lichterketten zu bewundern.

Diese Art von Stimmung kommt nicht aus dem Nichts und entsteht nicht von selbst. Sie wird den Menschen von einem Egregor auferlegt. Und so wird jede menschliche Handlung, jeder Zustand durch den Einfluss dieses oder jenes Egregors verursacht.


Was ist also dieser allgegenwärtige Egregor?

Das Wort bezieht sich auf ein Phänomen, dessen Wesen von allen Insidern gleichermaßen verstanden wird. Ein Egregor ist eine Ansammlung von Energie, die durch die Gedanken und Gefühle von Menschen entsteht.

Egregoren sind bestimmte Speicher menschlicher Energie, die sich in höheren Frequenzbereichen als der materiellen Sphäre befinden, d.h. im feinstofflichen Bereich. Egregore interagieren mit unserer Welt durch das Energiefeld, das materielle Objekte umgibt.

Jede klar formulierte Idee, jede starke Emotion erzeugt Energie, die, wie wir aus der Physik wissen, nicht aus dem Nichts kommt und nicht im Nichts verschwindet, sondern nur von einer Form in die andere übergeht. Das heißt, jeder von uns ist eine wandelnde Batterie, die den Raum mit Energie versorgt.

Damit sich die nach außen freigesetzte Energie ansammeln und vor allem auf eine Person einwirken kann, braucht es eine gewisse Anzahl gemeinsamer Interessen. Je mehr Gleichgesinnte es gibt, desto stärker sammelt sich die Energie einer bestimmten Art in der astral-mentalen Ebene. Das kann ein Zusammenschluss von Familie, Sippschaft, Arbeitskollektiv oder sogar einer Gruppe von Freunden sein, die sich in einem Café treffen.


Wie beeinflusst uns ein Egregor?

Einzelgänger fühlen sich oft isoliert, ohne zu merken, dass der Grund dafür in der fehlenden Übereinstimmung mit dem jeweiligen Egregor, liegt, in dem sie sich derzeit befinden, z.B. bei einem Fußballspiel, in einem Konzert, in einer Stadt oder in einer Kirche.

Es gibt eine Vielzahl von Egregoren, mit denen sich Menschen im Laufe ihres Lebens „verbinden“.

Im ganzen Land entstehen spezielle Egregoren.

Man hört sogar, so komisch es auch klingen mag, vom Egregor des Wohnungs- und Versorgungssektors. Sobald der Schnee fällt, schimpfen die Leute über den Schneematsch, den die Chemikalien produzieren. Dieselbe Gedankenübertragung bildet einen Speicher für „Wohn- und Versorgungsenergie“.

Jedes gemeinsame Thema führt dazu, dass Menschen ähnliche Gedanken und Emotionen haben und diese Energie nach außen abstrahlen.

Interessanterweise erhält eine Person umso mehr Energie zurück, je mehr sie sich zu den Ideen des Egregors bekennt. Nehmen wir etwa die Belegschaft einer bestimmten Firma, die von Eifersucht, Vetternwirtschaft und Zwietracht geplagt ist.

Die Mitarbeiter, die sich zurückhalten, egal, wie hart sie arbeiten, haben weniger Chancen, die Karriereleiter zu erklimmen als ihre weniger fleißigen Kollegen, die bei jeder Gelegenheit hektische Betriebsamkeit vortäuschen. Die unabhängigen „Abweichler“ leiden unter der Unterbewertung und merken nicht einmal, dass der Grund für ihr Scheitern in der mangelnden Übereinstimmung mit der in diesem Betrieb gebildeten Egregore liegen könnte.

Der Egregor nährt großzügig diejenigen, die ihn füttern, sorgt aber dafür, dass seine „Feinde“ sich unwohl fühlen.

Es spielt keine Rolle, ob jemand an die Existenz eines Egregors glaubt oder nicht. Wenn eine Person nicht daran glaubt, wird sie automatisch in die Gruppe der Ungläubigen aufgenommen, die ähnlich ungläubige Menschen umfasst.

Es gibt also kein Entkommen vor der kollektiven Energie: Sie korrigiert unser Leben und macht es besser oder schlechter, je nachdem, ob wir mit diesem oder jenem Egregor übereinstimmen.

Jedoch beeinflusst das kollektive Unbewusste die Persönlichkeit mit unterschiedlicher Heftigkeit. Vergleichen wir etwa die Energien der Familie mit den religiösen Egregoren oder den Egregoren der Liebe und des Geldes, die als die stärksten gelten, da sie sich seit Jahrhunderten dank der Gedanken von Millionen von Menschen gebildet haben.

Die erste, die familiäre Energie, wird nur von wenigen Menschen nach außen „ausgestrahlt“, und ihr Einfluss endet, sobald die Familie auseinanderbricht. Die Macht der anderen drei ist dagegen fast grenzenlos.

Jeder hat schon einmal die Egregore eines Ortes gespürt. Es kommt vor, dass man nach einem Umzug in eine andere Stadt den Frieden verliert. Du bist ängstlich, fühlst dich krank und es kommt ein Problem nach dem anderen. Das bedeutet, dass der Egregor dieser Stadt nicht für diese Person geeignet ist. Das Beste ist, wenn du gehst.

Viele landen am falschen Ort, wenn sie in Urlaub fahren.

Es gibt noch den Weg, die Verbindung zum Egregor zu unterbrechen. Dazu kommen wir im dritten und wichtigsten Teil dieser Serie. Aber das kann nicht jeder. Dem Einfluss des kollektiven Unbewussten zu widerstehen, fällt willensstarken und selbstständigen Menschen am leichtesten. Starke Menschen können sogar die kollektive Energie steuern, indem sie den Mitgliedern des Egregors gewisse Ideen vorschlagen.

Fazit

Wir sind alle ein Teil von etwas, das viel größer ist als wir selbst. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, die kollektive Energie beeinflusst unser Leben auf eine Weise, die wir vielleicht nie erfahren werden, wenn wir nicht genau hinschauen. Es liegt an, uns zu entscheiden, ob wir uns von dieser Kraft nach unten ziehen lassen oder gegen den Strom schwimmen wollen, um höheres Bewusstsein und damit Glück und Freude zu erreichen.

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6 Kommentare

  1. Hallo,

    kann mir jemand auf die Sprünge helfen? Ich habe in der Schule Altgriechisch gelernt. Das Griechische benutzt aber ein anderes Alphabet als wir und ein e mit Akzent (é) gibt es da auch nicht. Welches griechische Wort ist denn gemeint?

    Der Hinweis auf das englische Wiktionary hilft mir auch nicht weiter. Unter

    https://en.wiktionary.org/w/index.php?go=Go&search=%C3%A9gr%C3%A9goros

    gibt es keinen Eintrag. Zu „egregor“ gibt es einen Eintrag, aber der verweist nur auf die alternative Schreibweise und das französische ‚égrégore‘. Da finde uch die Übersetzung „Wächter, Engel“, aber keine genauere Erklärung. Immerhin habe ich dort die griechische Schreibweise „ἐγρήγορος“ gefunden. Aber auch keine Erklärung. Die oben angeführte Erklärung klingt durchaus plausibel, aber woher kommt sie denn? Mit „Wächter, Engel“ hat sie ja nicht viel zu tun.

    Danke!!

    Viktor L.

    1. Hallo Viktor, danke für deinen Kommentar!

      Tut mir leid wegen der Verwirrung. Es gibt unter wiktionary.org 2 Bedeutungen. Ich hab’s verschusselt und die falsche übersetzt. Im Text steht es jetzt korrekt, was auch Sinn macht.
      Mit dem Griechischen und den Akzenten kann ich dir nicht weiterhelfen, aber das ist ja auch nicht relevant für den Kontext.

  2. Hallo Hannelore, das ist ja sehr interessant aber auch etwas schwer zu verstehen. Bin auf die Fortsetzung gespannt.
    Danke für die Hinweise.

    1. Liebe Irene, danke für deinen Kommentar!
      Ich freue mich, dass du den Artikel interessant findest. Ich werde mein Bestes tun, um die Fortsetzung verständlicher zu machen.

      1. Vielen Dank Hannelore. Deinen Artikel über die Macht der Politiker hab ich natürlich auch gelesen. Ich hatte mir das Buch „Die gefährlichste aller Religionen“ gekauft. Sehr wichtig darüber Bescheid zu wissen.

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