Weltaustellung Paris

Ungereimtheiten bei Weltausstellungen – Erfundene Geschichte (Teil 3)

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 3 der Serie Erfundene Geschichte

Die offizielle Version der Menschheitsgeschichte ist ein Lügenkonstrukt. Wir befinden uns in einem Zustand der kollektiven Amnesie. Befreien wir uns von der künstlichen Matrix, die uns auferlegt wurde. Dieser Teil behandelt die Weltausstellungen und die Zeit, in der sie stattfanden.

In Teil 2 unserer Dokureihe „Die Zerstörung der Alten Welt“ haben wir beschrieben, wie sich in Folge einer Naturkatastrophe zwischen dem frühen 18. und späten 19. Jahrhundert die gesellschaftlichen Verhältnisse abrupt veränderten. Dieses Ereignis wird auch als Reset oder Neustart bezeichnet.

Die Industrielle Revolution war eine der offensichtlichsten Folgen dieses Resets. Nach dem Untergang der Alten Welt entstand ein Machtvakuum, das von einer kleinen Machtelite ausgenutzt wurde, um mittels Imperialismus und der Gründung von modernen Nationalstaaten die alten Königreiche zu entmachten und die Welt unter sich aufzuteilen.

Im Zuge der Industrialisierung standen die verborgen agierenden, herrschenden Kräfte vor der Herausforderung, die Massen von ihren Plänen zu überzeugen. Dazu wurden unter anderem die Weltausstellungen ins Leben gerufen. Diese Ausstellungen dienten aller Wahrscheinlichkeit nach dazu, bestimmte Technologien unter die Menschen zu bringen und in die Gesellschaft einzuführen. Oder besser gesagt – WIEDER einzuführen.

Die erste bedeutende Weltausstellung fand – ganz im Sinne der Rolle, die die britische Krone damals spielte – im Jahr 1851 in London statt. Dieses Jahr muss demnach auch als symbolisches Jahr für den Höhepunkt der Industriellen Revolution betrachtet werden. Angeblich besuchten sechs Millionen Menschen – immerhin ein Drittel der britischen Bevölkerung – die „Great Exhibition of the Works of Industry of all Nations„.

Doch der durch diese Ausstellungen gezielte Wissens- und Technologietransfer begann vermutlich schon in den 1840ern – zumindest galt die im Jahr 1844 in Paris durchgeführte französische Industrieausstellung als Vorläufer der großen Londoner Weltausstellung von 1851.

In Deutschland hießen die Weltausstellungen meist „Gewerbe-und-Industrie-Ausstellung„, wobei Deutschland eher eine untergeordnete Rolle bei dieser Aktion spielte. Dies trifft ebenfalls auf die Rolle Deutschlands als Kolonialmacht zu – auch hier wurden die Deutschen in den Hintergrund gedrängt. Genau genommen richtet sich die europäische Politik seit deutlich mehr als 100 Jahren eindeutig gegen Deutschland und die deutsche Bevölkerung.

Westeuropa, Australien, Neuseeland und das von der britischen Krone kontrollierte Amerika, dessen Unabhängigkeit nur auf dem Papier existiert, müssen als wichtigste Schauplätze für die Industrialisierung betrachtet werden. In diesen schon damals von der Kabale kontrollierten Ländern fanden auch so gut wie alle Weltausstellungen statt.

Der Begriff Kabale beschreibt die aus dem Verborgenen heraus über bekannte und nicht bekannte Geheimgesellschaften operierende hierarchische, monolithische Organisation, die ihre Wurzeln in den antiken, okkulten Mysterienkulten hat und sich insbesondere nach dem letzten Reset wie ein Spinnennetz über die Erde ausbreiten konnte. John F. Kennedy hatte kurz vor seinem Tod vermutlich von genau diesem monolitischen Machtapparat gesprochen:

„Denn wir stehen auf der ganzen Welt einer monolithischen und rücksichtslosen Verschwörung gegenüber, die sich vor allem auf verdeckte Mittel stützt, um ihre Einflusssphäre auszudehnen

– auf Infiltration statt auf Invasion,

– auf Unterwanderung statt auf Wahlen,

– auf Einschüchterung statt auf Selbstbestimmung,

– auf Guerillas bei Nacht statt auf Armeen bei Tag.

Es ist ein System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine engmaschige, hocheffiziente Maschine errichtet hat, die militärische, diplomatische, nachrichtendienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen kombiniert.
Die Vorbereitungen dieser Gruppe werden verheimlicht, nicht veröffentlicht. Ihre Fehler werden begraben, nicht publiziert. Andersdenkende werden nicht gelobt, sondern zum Schweigen gebracht. Keine Investition wird in Frage gestellt, kein Gerücht gedruckt, kein Geheimnis enthüllt.“

John F. Kennedy

Worauf hat Kennedy hier Bezug genommen? Nur auf die Gefahr des Kommunismus, wie gerne behauptet wird? Oder bezog er sich in Wahrheit auf jene Gruppe, die UFO-Forscher Richard Dolan als „Breakaway Civilization“ – also abtrünnige Zivilisation – bezeichnet hat?

Auch wenn Kennedy eventuell Teil genau des Machtapparates war, von dem er hier sprach, ist seine Rede sehr treffend. Für die Elite ist die Öffentlichkeit nur eine Bühne. Genauso wie im Zuge der Französischen Revolution die alte Machtelite abdanken musste und durch eine neue ersetzt wurde, gibt es auch in unserer Zeit nach außen hin des Öfteren vermeintliche Machtkämpfe, die jedoch keineswegs zufällig oder ungeplant ablaufen.

Kontrollierte Opposition

Diese Strategie wird auf allen Ebenen eingesetzt, wurde aber vor allem auf der politischen Ebene der Öffentlichkeit bekannt unter dem Namen COINTELPRO. Dieser Begriff bezeichnet die Unterwanderung politischer Gruppierungen durch das FBI während der Anfangszeit des Kalten Krieges.

Mittlerweile wird meist der Begriff „kontrollierte Opposition“ benutzt, um zu beschreiben, dass Widerstandsbewegungen bewusst aufgebaut und gesteuert werden, um die Energie der Massen zu neutralisieren und in für die Elite akzeptable Bahnen zu lenken.

Der Prozess der Dialektik (also die Lehre von Gegensätzen und ihrer Auflösung) ist ein fundamentaler Aspekt der Massenpsychologie. Üblicherweise spalten sich die Massen bei emotional bedeutsamen Themen in zwei entgegengesetzte Seiten, dadurch entsteht ein Spannungsfeld. Und um Menschen zu steuern, ist es notwendig, beide Seiten dieses Feldes zu kontrollieren – nicht nur eine Seite. Durch die Kontrolle beider Flügel (These und Antithese) kann die erwünschte Synthese (das Ergebnis) gesteuert werden.

Das Kennedy-Attentat war eine Art alchemistischer Prozess, wie die amerikanischen Autoren James Shelby Downard und Michael Hoffman in ihrem Werk „King Kill 33“ beschreiben – der „Königsmord“ sei ein uraltes magisches Ritual, welches der gesellschaftlichen Erneuerung diene. Der rituelle Königsmord ist in der Forschung gut untersucht (siehe René Girard, James Frazer) und findet sich in allen Epochen und Gesellschaften wieder.

Weltweit medial inszenierte Ereignisse sind nach Downard und Hoffman weitgehend durchgeplant, und ihr Zweck besteht einzig und allein darin, die Menschheit zu transformieren – im alchemistischen Sinne geht es um Auflösung der göttlich vorgegebenen Ordnung und Erschaffung einer satanischen Ordnungsolve et coagula.

Aufbau von Hoffnungsträgern und ihre rituelle Opferung

Dazu ist solch ein medial inszeniertes Psychodrama essenziell, um die Massen zu erreichen – neben John F. Kennedy sehen wir diese inszenierten Dramen ebenfalls beim Tod von Prinzessin Diana und Michael Jackson. Hoffnungsträger werden aufgebaut, um die Hoffnung der Massen zu kanalisieren und rituell zu opfern.

Auch aktuell können wir diesen Prozess wieder beobachten. Wer aufmerksam ist, erkennt bei den gegenwärtigen politischen Entwicklungen alle Anzeichen für eine durch Schock inszenierte künstliche Transformation der Gesellschaft. Die Entwurzelung aus der Vergangenheit steht dabei an oberster Stelle und ist unabdingbar für alle weiteren Entwicklungen.

„Die alchemistische Tradition enthält alle Elemente eines Weltprogramms der Erleuchtung und Reform. Es bedarf nur einer oberflächlichen Bekanntschaft mit der Philosophie und Literatur der Alchemie, um die Größe dieses verborgenen Projekts zu erahnen. Wäre es nur eine Wissenschaft zur Umwandlung von Metallen gewesen, hätten die Meister der Kunst nicht die Notwendigkeit gehabt, das Christentum zu verlassen und Zuflucht im Islam zu suchen“.
„Das alchemistische Laboratorium wurde zum Heiligtum der spirituellen Wissenschaften und nahm den Platz der zerstörten Heiligtümer der alten Mysterien ein“
.

Manly P. Hall, Freimaurer und eingeweihter Okkultist in seinem Buch „The Adepts in the Western Esoteric Tradition“:

Breakaway Civilization

Um auf den Begriff der „Breakaway Civilization“ zurückzukommen – dieser wurde von Richard Dolan im Rahmen seiner Bücher „UFOs and the National Security State“ geprägt. Er kam zu der Erkenntnis, dass eine elitäre Gruppe mit Zugang zu Hochtechnologie und geheimen Wissen einen eigenen Entwicklungsweg unabhängig vom Rest der Menschheit beschritten hat. Dadurch konnte sich eine parallele Zivilisation auf der Erde etablieren, von der wir heute nichts wissen.

Laut Dolan leben sie vermutlich in riesigen, miteinander vernetzten Untergrundbasen. Finanziert werden sie durch Schattenhaushalte der Regierung, deren sichtbarer Teil als sogenannter Tiefer Staat bezeichnet wird, doch gehen ihre Strukturen noch viel tiefer. Sie haben ihre eigene Sicht auf den Kosmos und unseren Platz in der Welt, auf unsere Geschichte und unsere Herkunft. Ihr Wissen halten sie geheim, und ein Großteil ihrer Arbeit besteht darin, die Öffentlichkeit in Unkenntnis zu halten.

Es gibt in unserer Welt eine geheime Gruppe von Menschen, die über eine fortgeschrittene Technologie verfügt: Technologie, welche der der „normalen“ Welt weit überlegen ist. Diese Gruppe hat die Fähigkeit, Bereiche unserer Welt und Umgebung zu erforschen, die dem Rest von uns derzeit nicht zugänglich sind. Sie besitzen eine riesige, teilweise unterirdische Infrastruktur, die ihnen ein hohes Maß an Geheimhaltung und Unabhängigkeit in ihrem Handeln ermöglicht. (…)
Ich denke nicht, dass dies eine abstruse Vorstellung ist, und ich denke, dass sich diese abtrünnige Zivilisation während des Zweiten Weltkrieges vom Rest der Menschheit abgetrennt hat. Aber könnte dies auch schon vorher, im 19. Jahrhundert, geschehen sein? Ich denke, das wäre durchaus möglich.
Ich habe privat viele Male spekuliert, dass es eine geheime abtrünnige Gruppe von Menschen gegeben hat, die bis in die Antike zurückgeht. Wenn man sich einige der wirklich rätselhaften Mysterien unserer antiken Welt anschaut, sei es die Große Pyramide von Gizeh oder Machu Pichu, gibt es Elemente dieser und anderer architektonischer Stätten, die zurückgelassen wurden, die zumindest für mich im Kontext der menschlichen Gesellschaft, wie sie damals existiert haben soll, nicht viel Sinn ergeben. Die Große Pyramide macht für mich keinen Sinn im Hinblick auf die altägyptische Kultur vor 2.500 Jahren. Ich frage mich, ob das Gebäude von Menschen geschaffen worden war, und von welcher menschlichen Zivilisation wir hier reden? – 1

Richard Dolan

Könnte es sein, dass diese von unserer offiziellen geschichtlichen Entwicklungslinie abgespaltene Zivilisation hinter vielen Ereignissen des 20. Jahrhunderts steckt?

Und was ist mit den Weltausstellungen? Wurde ein Großteil dieser dafür verwendeten Gebäude tatsächlich neu gebaut, wie es von der offiziellen Geschichtsschreibung behauptet wird? Es spricht vieles dafür, dass die Räuberbarone des Industriezeitalters nicht nur einstmals weitverbreitetes technologisches Wissen vor uns verborgen haben, sondern dass sie sich auch die imposanten architektonischen Meisterwerke unter den Nagel rissen, in denen dieses Wissen ausgestellt wurde.

Einige der Gebäude der Weltausstellungen stehen heute noch und sie bestehen offensichtlich nicht aus Gips oder ähnlich empfindlichen Materialien, mit denen sie angeblich erbaut worden sind.

  • Sind sie also nachträglich in massiverer Qualität wieder aufgebaut worden?
  • Und ist es überhaupt möglich, dass die prunkvollen, aufwendig gestalteten Expo-Areale mit den damaligen technologischen Möglichkeiten innerhalb nur weniger Monate erbaut wurden, nur um ein paar Monate später, nach Ende der Ausstellungen, wieder zerstört zu werden?
  • Oder ist es nicht viel plausibler, dass nach einer großen Katastrophe die weltweiten Überreste der vorangegangenen Hochkultur nicht nur systematisch zerstört, sondern auch in ein uns übergestülptes Geschichtsbild hineingepresst wurden?

Einige verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass auch nach dem weltweiten, einschneidenden Ereignis, das wir als Reset oder Schlammflut bezeichnen, immer noch unzählige vollständige und schöne Städte übrigblieben, die von einer neuen Machtelite erobert und dann unter anderem als „Expos“ umfunktioniert und anschließend größtenteils vernichtet worden sind.

Gerade in Amerika, der sogenannten Neuen Welt, wären die vielen griechisch-römisch anmutenden Städte nur schwer zu erklären gewesen, denn im Gegensatz zu Europa gab es in den USA ja gar keine griechisch-römische Geschichte.

Je tiefer man forscht, desto schwieriger wird es, plausible Erklärungen für den Bau und die Zerstörung dieser außergewöhnlichen und riesigen Ausstellungsareale zu finden.

Die offizielle Version über die Bauwerke der Weltausstellungen lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Die Menschen des 19. Jahrhunderts liebten aus nicht näher bekannten Gründen die griechisch-römische Architektur und deshalb war es den Architekten, die zwischen 1850 und ungefähr 1914 die Weltausstellungen organisierten, extrem wichtig, klassizistisch zu bauen. (Anmerkung: Mit dem Ersten Weltkrieg endeten die architektonischen Ambitionen in Europa urplötzlich und auch viele Ausstellungen fanden nicht wie geplant statt. Erst im Zuge des Faschismus erfolgte ein Rückgriff auf antike Designprinzipien, doch wurden diese häufig eher oberflächlich umgesetzt und kamen vor allem bei einigen wenigen repräsentativen Prachtbauten zur Anwendung. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die klassische Architektur hingegen bewusst mit neuen Strömungen – z.B. Bauhaus – ersetzt. Offiziell, um sich vom Faschismus zu distanzieren, in Wahrheit ging es aber vermutlich eher darum, mittels seelenloser, brutalistischer Architektur die Verbindung zur Alten Welt zu kappen.)
  • Für die Weltausstellungen zwischen 1851 und 1914 wurden keinerlei Mühen gescheut, und enorm viel Arbeit in die Schaffung komplexer Statuen, Ornamente, Säulen, Parks und Gebäude gesteckt. Auch die weltweit größten Orgeln wurden extra für die Weltausstellungen angefertigt. Ökonomische Gesichtspunkte spielten keine Rolle, Geld schien da zu sein, um ausgegeben zu werden.
  • Auch wenn die meisten Gebäude angeblich nur aus Gips und Leinen oder Hanffasern gebaut waren, da sie ja nur für die Dauer der Weltausstellung halten sollten, war die Detailverliebtheit so enorm, dass es rein visuell anscheinend keine Unterschiede zwischen den Expo-Bauten und den klassischen Prachtbauten des Altertums gab.
  • Der Zweck der Weltausstellungen lag darin, die angeblich während der industriellen Revolution komplett neu entdeckten Technologien den Massen schmackhaft zu machen, Abhängigkeiten und Absatzmärkte zu schaffen. Am Ende wurden die meisten Gebäude wieder abgerissen und es blieben häufig nur Wiesen oder leere Parks zurück.
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Das Bild zeigt ca. 2 km der Berliner Weltausstellung, 1896

Finanzierung​

Etliche Expos machten enorme Verluste. Dies ist insofern erstaunlich, weil die Startimpulse für die Ausstellungen angeblich von den Industriellen selbst kamen. Die Investitionsdefizite könnten darauf hindeuten, dass bei den Weltausstellungen eine geheime Agenda verfolgt wurde, die nicht gewinnorientiert war.

Berlin, Deutschland, 1896:

Die Gewerbeausstellung schloss bei einem Investitionsvolumen von zehn Mio. Reichsmark mit einem Defizit von zwei Mio. Reichsmark, auf dem die Berliner Wirtschaft sitzen blieb. (Anders als die begleitende Kolonialausstellung, die großzügige staatliche Unterstützung vom Auswärtigen Amt genoss, musste die Gewerbeausstellung ohne finanzielle Zuwendungen auskommen.) – Quelle

Lübeck, Deutschland, 1895:

Obwohl insgesamt 750.000 Besucher kamen, schloss die Deutsch-Nordische Handels- und Industrie-Ausstellung mit einem finanziellen Defizit ab. Die Ausstellungsbauten wurden nach Ende der Veranstaltung vollständig beseitigt, und auf dem Marli-Gelände wurde ein Wohngebiet geschaffen, das Bestandteil der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts städtebaulich entwickelten Lübecker Vorstadt St. Gertrud wurde. – Quelle

Nürnberg, Deutschland, 1906:

Trotz der 2,5 Millionen Besucher wird die Bayerische-Jubiläums-Landes-Ausstellung von 1906 für Nürnberg ein finanzieller Verlust. – Quelle

St. Louis, USA, 1904:

Schlussendlich machte die Expo einen Verlust von 8,5 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem heutigen Gegenwert von mehr als 250 Millionen US-Dollar.

Philadelphia, USA, 1926:

Die Ausstellung zog wesentlich weniger Besucher an als die ursprünglich geplanten 10 Millionen. Am Ende konnte sie ihre Verbindlichkeiten nicht bedienen und ging 1927 in Insolvenz. – Quelle

Schauen wir uns nun einige dieser Weltausstellungen etwas genauer an.

Ungereimtheiten bei Weltausstellungen, etliche Beispiele

Panama-Pazifik Expo, San Francisco, USA, 1915​

Als 1915 die Panama Pacific International Exposition eröffnet wurde, befanden sich die europäischen Nationen mit dem Ersten Weltkrieg bereits in einem Aufruhr größten Ausmaßes. Der Sturz der Monarchien nahm seinen Anfang, der europäische Kontinent wurde umgestaltet und alle Bereiche von Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur einem grundlegenden Wandel unterzogen.

Die Stadt San Francisco selbst erholte sich gerade erst von den schrecklichen Erdbeben und Bränden, die 1906 wüteten, und inmitten dieser hektischen Zeit öffnete eine, für heutige Maßstäbe, unvorstellbar große Ausstellung ihre Tore und feierte damit gleichzeitig die Fertigstellung des Panamakanals vom August 1914.

Das Messegelände erstreckte sich über 600 Hektar und zweieinhalb Meilen am Wasser entlang, empfing zwischen dem 20.2. und dem 4.12.1915 fast 20 Millionen Besucher und war damit eine der erfolgreichsten Ausstellungen der damaligen Zeit. Wegen der Größe und dem weitläufigen Gelände war es Gästen, selbst nach mehrmaligen Besuchen, praktisch unmöglich, die komplette Messe in Augenschein zu nehmen.

Weltausstellung
Brunnen der Erde, Panama, Weltausstellung

Die meisten Gebäude, so heißt es, wurden aus Holz, Gips und Leinenfasern hergestellt, um die Kosten möglichst niedrig zu halten und sie nach Beendigung der Weltausstellung schnell wieder abreißen zu können. Wenn wir uns allerdings einige Fotos dieser nagelneuen Bauwerke genauer ansehen, so kommen schnell Zweifel über die offizielle Geschichte auf.

Viele Gebäude weisen beispielsweise kurz nach Fertigstellung bereits Alterserscheinungen auf und scheinen stark verschmutzt zu sein – so der „Brunnen der Erde„. Hätten diese Gebäude, wenn die offizielle Entstehungsgeschichte nur halbwegs stimmig ist, nicht eigentlich brandneu aussehen müssen? Stattdessen blicken wir, von Beginn an, auf uralte Monumente, die auch aus dem sagenumwobenen Atlantis oder dem alten Rom stammen könnten.

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Piranesi-Stich, Ruinen

Andererseits wird der Architekt des Palasts der Schönen Künste (Palace of Fine Arts), Bernard R. Maybeck, mit den Worten zitiert, dass jede große Stadt Ruinen braucht. Deshalb sollte der Palast nach Beendigung der Weltausstellung verfallen, dessen Strukturen teilweise wirklich nur für die Dauer der Ausstellung gedacht waren. Es heißt, dass er sich bereits beim Bau an römischen, überwucherten Ruinen orientierte, ganz der Stimmung eines Piranesi-Stichs entsprechend, der im 18. Jahrhundert für seine Ruinenmalerei bekannt wurde.

Doch hält sich der Palast auf dem Foto von 1919, ganze vier Jahre nach Beendigung der Expo, nicht noch erstaunlich gut? Wo sind die witterungsbedingten Verfallserscheinungen?

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Palast der Schönen Künste, 1919

Und es gibt weitere Widersprüche: Angeblich wurden sämtliche Bauwerke nur billig und schnell aus Gips hochgezogen, doch das Bill Graham Civic Auditorium steht noch heute. Es wurde im Gegensatz zum Palast der Schönen Künste nie grundlegend renoviert oder neu aufgebaut, bestand also demnach schon immer aus massivem Stein.

Bill Graham Civic Auditorium Weltausstellung
Bill Graham Civic Auditorium

Widmen wir uns nun noch einmal dem Palast der Schönen Künste und lassen einige Zeitzeugen zu Wort kommen: Professor van Noppen von der Columbia University merkte an, dass „der Palast der Schönen Künste so erhaben, so majestätisch und das Produkt einer solchen Vorstellungskraft ist, dass er das Zeitalter des Perikles geziert hätte„.

Auch Thomas Edison war voller Begeisterung: „Der Architekt dieses Gebäudes ist ein Genie. Es gibt nirgendwo auf der Welt etwas Vergleichbares.“ Sind das Äußerungen, die man über ein soeben errichtetes, zeitgenössisches Gebäude aus Gips und Leinen erwarten würde?

Und Louis Christian Mullgardt, selbst einer der Architekten der Ausstellung, sagte vor dem Commonwealth Club: „Wenn die Gebäude der Exposition abgerissen werden, dann haben wir eine der größten architektonischen Einheiten zerstört, die jemals in der Weltgeschichte geschaffen wurde.“ Es fällt schwer zu glauben, dass hier lediglich von temporären Neubauten die Rede war.

Gegen Ende seines Lebens landete der angeblich so beliebte Mullgardt übrigens verarmt im Irrenhaus von Stockton, Kalifornien. Kann es sein, dass er niemals wirklich mit der Lüge leben konnte, die Erschaffung verschiedener architektonischer Meisterwerke für sich beansprucht zu haben?

Eine wohlhabende Bürgerin San Franciscos – Phoebe Apperson Hearst, die Ehefrau des Industriellen George Hearst – gründete noch während der Expo die „Palace Preservation League„‚ – (sinngemäß „Palast-Bewahrungs-Liga“), und nur dank dieser Bemühung wurde der Palast nicht abgerissen. Ihr Sohn, der Verleger des San Francisco Examiner, William Randolph Hearst, trug mit zum Erfolg der Kampagne bei.

Doch offiziell heißt es:

Obwohl der Palast vor dem Abriss gerettet wurde, war seine Struktur nicht stabil. Ursprünglich nur für die Dauer der Ausstellung gedacht, wurden die Kolonnade und die Rotunde nicht aus dauerhaften Materialien gebaut und daher mit Holz umrahmt und dann mit Stäben, einer Mischung aus Gips und leinenartigen Fasern, bedeckt. Infolge der Bauarbeiten und des Vandalismus war die simulierte Ruine in den 1950er Jahren tatsächlich eine bröckelnde Ruine.

Wir sollen also glauben, dass die Palace Preservation League viel Aufwand betrieben hat, eine Papp-Ruine vor der Zerstörung zu bewahren. Wahrscheinlicher ist folgendes Szenario: Der Palast wurde nie neu gebaut – nur renoviert, denn es handelte sich um ein ganz normales, dauerhaftes Gebäude. Im offiziellen Narrativ wurde aus der Renovierung ab dem Jahre 1964 dann eventuell ein Neubau gemacht.

Auf den Originalaufnahmen von der Zeit nach der Expo sind eindeutig Säulen aus Holz und Gips zu erkennen. Falls die Aufnahmen also nicht manipuliert worden sind, deutet alles darauf hin, dass der Palast der Schönen Künste tatsächlich ein moderner und temporärer Neubau aus billigen Materialien war.

Um jedoch an dieser Stelle einen besseren Eindruck von den verwendeten temporären Materialien zu bekommen, werfen wir einen Blick auf die Korrespondenz von Bernhard Maybeck, dem angeblichen Architekten des Palasts der Schönen Künste, mit einem australischen Architekten namens Walter Burley Griffin. Dabei merkte Maybeck an, dass, genau wie bei der Panama Pacific International Exposition, auch die neue australische Hauptstadt aus Holz und Stuck gebaut werden sollte, um die öffentliche Begeisterung für klassizistische Architektur zu wecken und dann, mittels öffentlicher Unterstützung, die Stadt mit dauerhaften Materialien fertigzustellen.

Griffin teilte Maybeck allerdings frostig mit, dass „Gips oder Stuck in Australien kaum als temporäre Hilfsmittel angesehen werden, da sie für kommerzielle und staatliche Gebäude verwendet werden, die bereits als dauerhaft gelten.“

Daran wird ersichtlich, wie abstrus die Argumentation ist, Gebäude als temporär einzustufen, nur weil sie mit Stuck verkleidet sind – unzählige Häuser der deutschen Gründerzeit bestehen zu einem großen Teil aus Stuck, Gips und Holz, und trotzdem stehen sie seit mehr als 100 Jahren ohne größere Verfallserscheinungen.

Deshalb lässt sich zum Palast der Schönen Künste zweierlei feststellen: Die historischen Aufzeichnungen legen zwar nahe, dass beim ursprünglichen Bau keine massiven Materialien wie Stein bzw. Zement zum Einsatz kamen, doch Materialien wie Holz oder Gips bedeuten mitnichten, dass Bauwerke nach kürzester Zeit wieder auseinanderfallen, was beim Palace of Fine Arts offensichtlich ebenso nicht der Fall war.

Im Gegenteil musste dieser sogar einigem standhalten, weil er nicht nur für Kunstausstellungen benutzt, sondern auch während des Zweiten Weltkrieges vom Militär zur Lagerung von Lastwagen und Jeeps zweckentfremdet und später als Lager für andere Materialien und sogar als vorübergehendes Hauptquartier der Feuerwehr herhalten musste.

Ob es sich bei dem offiziellen Bau des Palace of Fine Arts für die Ausstellung 1915 in Wahrheit nur um eine grundlegende Ausbesserung bzw. Renovierung oder einen Neubau handelte, lässt sich nicht mit endgültiger Gewissheit sagen.

Bei näherer Untersuchung fällt auf: Der angebliche Neubau wurde mit dem in alten Zeiten als Glücksbringer verehrten Symbol der Swastika verziert – im Zuge des 2. Weltkrieges wurde dieses Symbol in den USA jedoch weitgehend verbannt. Wieso ist es also auf diesem „Neubau“ aus den 60er-Jahren abgebildet?

Er scheint tatsächlich eines der populärsten Beispiele zu sein, wenn es darum geht, das offizielle Expo-Narrativ als Lüge zu entlarven. Dabei gibt es genügend andere, offensichtlichere Beispiele, von denen wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags auf die Interessantesten eingehen werden.

Grundsätzlich sieht es jedoch so aus, dass die Planung der Expo-Organisatoren vorsah, nach Beendigung der Ausstellungen alles restlos zu zerstören, was allerdings fast immer eine öffentliche Gegenreaktion zur Folge hatte – wodurch zumindest ein Teil dieser Strukturen erhalten blieb. So stehen beispielsweise von der Panama Pacific International Exposition heute noch der Palast der Schönen Künste (allerdings nur als Kopie des Originalbaus), das Bill Graham Civic Auditorium und das Japanische Teehaus.

Doch was ist mit den vielen Fotos, die angeblich Bau und Abriss der Weltausstellungen zeigen? Unserer Einschätzung nach sind diese Aufnahmen nicht sehr aussagekräftig. Es wäre relativ einfach, lediglich den Abriss jener Gebäude zu dokumentieren, welche tatsächlich nur temporär errichtet wurden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Fotos, die angeblich den Bauprozess zeigen, in Wahrheit beim Abtragen der Gebäude oder während einer Renovierung aufgenommen wurden. Hier wären weitere akribische Forschungen vonnöten, um zu einem klareren Bild zu gelangen.

Einige der öffentlichen Foto-Archive sind interessanterweise auch erst online gestellt worden, nachdem Webseiten wie stolenhistory.net auf Widersprüche im Narrativ aufmerksam gemacht hatten. Im Fall der St. Louis Public Library Digital Collections z.B. erst im Jahr 2019.

Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung Bremen, Deutschland, 1890​

Die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung im Bremer Bürgerpark 1890 gibt ebenfalls Rätsel auf.

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Täuschend echt: das Weinhaus Hesse und Haars auf der Nordwestdeutschen Gewerbe- und Industrieausstellung von 1890.

Bei diesem Weinhaus (Abb. links) handelt es sich angeblich um ein Holzhaus, welches nur eine Attrappe eines echten alten hanseatischen Kaufmannshauses darstellen sollte. Glaubwürdig ist dies kaum, vielmehr scheint das Weinhaus in eine Straße eingebettet zu sein, in der sich weitere authentische historische Häuser befinden.

Und weshalb wurde dieses Gebäude eigentlich unmittelbar nach Beendigung der Ausstellung abgerissen? Selbst wenn das Haus komplett aus Holz bestand, hätte man es stehen lassen können. Vor 100 Jahren war Bremens Architektur mittelalterlich-hanseatisch geprägt. Niemand wäre auf die Idee gekommen, ein Haus wie oben für Ausstellungszwecke zu imitieren, war die Stadt doch voll mit derartigen Häusern.

Die Geschichte ergibt nur Sinn, wenn es in Wahrheit darum ging, möglichst viele Gebäude aus der Alten Welt zu zerstören – sei es durch „zufällige“ Brände, Weltausstellungen oder sonstige Modernisierungsprojekte. So brannte auch „zufällig“ das imposanteste Gebäude der Bremer Weltausstellung – das Parkhaus – wenige Jahre nach der Expo ab.

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Moderner Stahlbeton vor historisierendem Kuppelbau – ein merkwürdiger Gegensatz.

Das Foto rechts zeigt eine moderne Stahlbrücke vor dem Hintergrund historischer Kuppelbauten – wie der Weser-Kurier anmerkt, nicht nur ein merkwürdiger, sondern ein geradezu paradoxer Gegensatz.

Dieses Paradoxon löst sich erst auf, wenn wir davon ausgehen, dass die Stahlbrücke für die Ausstellung tatsächlich neu gebaut wurde, die klassischen Bauten aber schon standen.

Auf einem anderen Foto ist der Ex-Direktor des Bremer Bürgerparks, Architekt Wilhelm Benque, mit „verborgener Hand“, einer typischen Freimaurer-Pose, zu sehen, die ihn laut Duncan’s Ritual And Monitor Of Freemasonry als Meister des zweiten Grades verrät („Master of the Second Veil“).

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Architekt mit „verborgener Hand“

Die verborgene Hand lässt die anderen Eingeweihten wissen, dass das dargestellte Individuum Teil der geheimen Elite ist, seine Taten von oben abgesegnet wurden, sowie teilweise im Verborgenen geschehen.

Und schon lange vor dem Aufkommen der Massenmedien haben sich geschichtsträchtige Personen, von denen Napoleon eine der bekanntesten ist, auf Portraits mit versteckter Hand abbilden lassen. Zufall? Jedenfalls scheint es diese verborgene Macht gewesen zu sein, die das Weltgeschehen der letzten Jahrhunderte geprägt hat.

Kurz nach dem Ende der Bremer Ausstellung meldete sich eben jener Wilhelm Benque auch prompt zu Wort und diffamierte eines der imposantesten Gebäude der Ausstellung – das Parkhaus: So attackierte er in einer Zeitung, im Januar 1891, das ihm verhasste Bauwerk. Die Debatte um das Parkhaus ebbte erst ab, als dieses 1907, infolge eines außer Kontrolle geratenen Feuerwerks, in Flammen aufging.

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Bremer Weltausstellung: das verhasste Parkhaus…

Das Phänomen, dass die meisten Gebäude der Weltausstellungen auf mysteriöse Weise verschwunden sind, ist kein Einzelfall, sondern lässt sich bei den meisten Expos zwischen 1850 und 1920 beobachten. Gab es hier etwas zu verbergen?

Das Argument, dass die Häuser einfach nur schlecht gebaut waren, und sie sowieso relativ schnell wieder verfallen wären, ist unzutreffend, denn auch heute stehen wenigstens einige der Expo-Gebäude noch. Der aus massivem Stein bestehende Aussichtsturm im Bürgerpark von Bremen wurde z.B. erst 1962 vollständig abgerissen, hauptsächlich, weil er im 2. Weltkrieg stark beschädigt wurde. Tatsächlich sind sämtliche Expo-Gebäude, die heute noch erhalten sind, so massiv gebaut, dass sie kaum altern.

Vom Pavillon der Bremer Zigarrenfirma Engelhardt & Biermann, der heute unter dem Namen Waldbühne bekannt ist, wird berichtet, dass dieser direkt nach der Ausstellung zerstört wurde – schließlich bestand er ja nur aus „temporären Materialien“ -, um dann originalgetreu, aber dieses Mal in beständiger Form, wieder aufgebaut zu werden. Uns wird sogar erzählt, dass die Zigarrenfirma so nett war und den Abriss und Wiederaufbau freundlicherweise komplett aus eigener Tasche bezahlt hat. Wie glaubwürdig das ist, kann jeder für sich entscheiden.

Great Exhibition London, Großbritannien, 1851​

Die Londoner „Kristall-Palast-Ausstellung“ war die erste uns bekannte weltweite Industrieausstellung. Ganze 28 Länder mit insgesamt 17.062 Ausstellern auf einer Gesamtfläche von über 80.000 Quadratmetern beteiligten sich daran und empfingen in sechs Monaten ungefähr sechs Millionen Besucher, eine Menge, die ungefähr mit einem Drittel der damaligen Gesamtbevölkerung Großbritanniens vergleichbar ist.

Um das ganze Ausmaß zu begreifen, muss man sich vorstellen, dass das gigantische, mit gusseisernen Rahmenelementen bestückte Glashaus schätzungsweise dreimal so groß war wie die St. Paul’s Kathedrale oder viermal so groß wie der Petersdom.

Insgesamt, so heißt es, sollen 4.000 Tonnen Eisen für Säulen, Spalierträger und Rinnen verarbeitet und etwa 153.000 Quadratmeter Glas produziert worden sein. 80 Glaser sollen in einer Woche 18.000 Scheiben verbaut haben und mehr als 5.000 Arbeitskräfte sollen während der Bauphase an dem Gebäude beschäftigt gewesen sein.

Ein Bauingenieur merkte zum Kristallpalast an:

„Ich bin Bauingenieur und betrachte den Bau des Kristallpalastes in 39 Wochen von der Genehmigung bis zur Eröffnung als völligen Blödsinn. Das Glas, das sie offenbar verwenden mussten, ist Zylinderglas mit einer Größe von 1,25 x 0,25 Meter, was sehr arbeitsintensiv war. Es musste in einem Graben geblasen, geschnitten und dann poliert werden. Das Glas allein wäre also unmöglich in den angegebenen 4 Monaten herzustellen gewesen; etwa 153.000 Quadratmeter Glas. Ohne Maschinen, nur Pferde als Kraftquelle. Man könnte es heute in 39 Wochen nicht schaffen, geschweige denn im Jahr 1850.“

Zu diesem Wunder gesellt sich der Umstand, dass sich die ersten einfachen Automationsprozesse zur Massenproduktion von Glasflaschen erst 30 Jahre später entwickelten. Es musste also alles in Handarbeit produziert werden, und die Strecke von der Glashütte in Smethwick bis zum Hyde Park, in dem der Crystal Palace ursprünglich errichtet wurde, betrug rund 209 km.

Und als ob das alles noch nicht fantastisch genug wäre, wurde der Glaspalast nach der Ausstellung schon wieder abgebaut, in größerer Form in Sydenham Hill zusammengesetzt und dort als Museum verwendet.

Um die Besucher zu diesem neuen Ausstellungsgelände zu bringen, wurden sogar zwei Bahnhöfe eröffnet, die beide verwirrender Weise „Crystal Palace“ genannt wurden und sich nur durch die unter- bzw. oberirdische Lage unterschieden.

Der Brand, der den Kristallpalast 1936 zerstörte, machte die „High Level Station“ jedoch praktisch überflüssig, weswegen sie schließlich abgerissen wurde. Die wundervoll geflieste U-Bahn, angeblich von italienischen Maurern und Steinmetzen erbaut, überlebte hingegen.

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Kristallpalast und kanadisches Parlament

Übrigens wurden eigens für das „Festival of the Empire“, welches mit die größte Einzelveranstaltung im Londoner Kristallpalast war und am 12. Mai 1911 stattfand, Parlamentsgebäude aus Holz und Gips errichtet, die ebenfalls nur vorübergehend genutzt werden sollten und durch eine elektrische Straßenbahn, der sogenannten „All-Red Route“, miteinander verbunden waren. So beispielsweise der Nachbau des kanadischen und neuseeländischen Parlamentsgebäudes, ersteres links im Vordergrund des Crystal Palace zu sehen.

Am 30. November 1936 fiel der Kristallpalast allerdings einem verheerenden Großband zum Opfer. Michelle Gibson schreibt dazu:

Wir erfahren, dass der Kristall-Palast im Jahr 1854 nach Sydenham Hill im Süden Londons verlegt und wieder aufgebaut wurde, und dass er später, 1936, durch ein Feuer zerstört wurde.
Wie schaffte man es, ein massives Gebäude aus Glasplatten und Gusseisen, das dreimal so groß wie die St. Paul’s Kathedrale in London ist, an einen anderen Standort zu verlegen?
Der New Yorker Kristall-Palast wurde ebenfalls durch ein Feuer zerstört, aber viel früher als der Londoner Kristall-Palast. Der Kristall-Palast in New York brannte 1858 nieder, anscheinend vor einem großen Publikum.

In einem Artikel, in dem diese Ereignisse genauer unter die Lupe genommen werden, heißt es:

500 Feuerwehrleute und 90 Löschfahrzeuge waren nötig, um es zu löschen, und weitere 749 Polizisten, um die Menschenmassen zu kontrollieren (Edwards und Wyncoll, 1992).
Zeugen beschrieben „so viel geschmolzenes Glas, dass es wie ein Wasserfall aussah“, ja sogar „wie ein Niagara-Fall aus geschmolzenem Glas“ (Edwards und Wyncoll, 1992). Einem Augenzeugen zufolge „fing das Glas tatsächlich Feuer, und als es wirklich heiß war, gab es eine Natriumflamme, und das flüssige Glas ergoss sich gerade herunter“.
Frau Ford aus Sydenham beschrieb „heißes geschmolzenes Glas und Metall flossen die Straße hinunter, und die Erwachsenen bildeten eine Menschenkette und reichten Eimer mit Wasser von Hand zu Hand, um den Fluss des heißen Glases einzudämmen“. Ein anderer Zeuge erinnerte sich daran, dass die Leute „es aufhoben und zu Kugeln rollen ließen, die sie als Souvenir behalten konnten“.
(…) Die beiden Türme des Palastes sollen jedoch sogar vom Feuer „verformt“ stehen geblieben sein. Die Flammen wurden von Funkenwolken und heftigen Explosionen begleitet. Der Hinweis auf die Explosionen ist übrigens nur in wenigen Aufzeichnungen vermerkt. 2

Das Feuer brannte die ganze Nacht mit großer Intensität, selbst 20 Stunden später sollen immer noch Brandherde vorhanden gewesen sein. Die britische Presse betrachtete die Zerstörung des Crystal Palace als einen schweren Schlag für die politische Macht Englands, und die Öffentlichkeit fragte sich, „wie Stahl und Glas so heftig brennen können“ (Beaver, 144)

Weltausstellung
Kristallpalast nach dem Brand

Dazu muss man wissen, dass bei der Glasherstellung die Rohstoffe auf etwa 1.600 bis 1.800 °C erhitzt werden, fertiges Glas allerdings schon zwischen 600 und 800 °C schmelzen kann. Gusseisen besitzt, wenn man es mit anderen Legierungen vergleicht, einen verhältnismäßig niedrigen Schmelzpunkt bei etwa um die 1150 °C.

Doch die Frage ist, woher die Temperaturen gekommen sein sollen und ob bereits herkömmliche Einrichtungsgegenstände für eine Wärmeentwicklung dieser Größenordnung ausgereicht hätten.

Eine offizielle Untersuchung dieses Vorfalls hat es übrigens nie gegeben, der Brand gilt bis zum heutigen Tage als ungeklärt.

Chicago World’s Fair, USA, 1893​

Am 1. Mai 1893 veranstaltete die Stadt Chicago die „World’s Colombian Exposition„, um die „Entdeckung“ Amerikas durch Kolumbus 400 Jahre zuvor zu feiern. Die Weltausstellung in Chicago sollte sogar die größte werden, die es bis dahin gegeben hatte. 70.000 Aussteller aus 46 Nationen waren zugegen – 25.000 davon allein aus den USA, um ihre technischen Errungenschaften vorzustellen und markierten so den Beginn einer neuen Ära.

Nicht nur ein Filmprojektor, die erste Spülmaschine, eine vollelektrische Küche, eine Hochbahn mit Elektro-Antrieb oder ein rollender Fußsteig konnten bestaunt werden, sondern auch der Vergnügungspark mit Kirmesbuden, Zirkusvorführungen, künstlichen Eisflächen und einem 80 Meter hohen Riesenrad lockten zahlreiche Besucher an.

Die Veranstalter der Messe „…hofften, die große industrielle Macht der Vereinigten Staaten zu demonstrieren und die Übergabe der Führung von der Alten Welt an die Neue zu symbolisieren.“, was angesichts der historischen Hintergründe auch eine verschlüsselte Botschaft gewesen sein mag – nur steckte hinter dem Begriff „Alte Welt“ vielleicht etwas anderes, als wir heute glauben.

Weltausstellung
Skizze für den Zauberer von Oz

Die Chicago-Expo, die uns unwillkürlich an das alte Rom denken lässt, hatte den Spitznamen „Weiße Stadt“ und war die Inspiration für die Smaragdstadt im Buch „Der Zauberer von Oz„. Hier eine der Skizzen, die der Zeichner W.W. Denslow als Reaktion auf die Chicago Expo für „Der Zauberer von Oz“ angefertigt hatte (Abb. links).

Die Spitzen der Kuppeln sind mit Kristallen bestückt – daher auch der Name Smaragdstadt im Buch.

Interessanterweise beschreibt der Inder Praveen Mohan in seinen Videos, dass viele alte indische Tempel ursprünglich an der Spitze mit Kristallen bestückt waren. Manche, wie die Pagode Somawathiya, sind es sogar noch heute.

Enthält „Der Zauberer von Oz“ eine unbewusste kollektive Erinnerung der Menschheit oder wusste Denslow eventuell etwas, das uns heute nicht mehr zugänglich ist?

Weltausstellung
Hier steht Denslow vor der Kulisse des Expo-Geländes nach dem verheerenden Brand und kurz vor dem kompletten Abriss.

Die Weltausstellung in Chicago war jedenfalls in architektonischer Hinsicht eine der beeindruckendsten Ausstellungen, die es je gab.

Laut der Geschichte, die uns präsentiert wird, wurden am Ufer des Michigansees auf einer Fläche von 278 ha über 200 Gebäude gebaut. Die Bauzeit betrug allerdings nur 3 Jahre.

Paradoxerweise fällt die Bauzeit in die Phase der wirtschaftlichen Depression, und die Panik von 1893 war bis dato sogar die schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte der USA.

Wer hätte gedacht, dass in einer derartigen Zeit genügend Arbeiter und Ressourcen vorhanden waren, um eine fast paradiesische Stadt zu errichten?

Wurden diese Gebäude tatsächlich von den Architekten Daniel Burnham und Frederick Law Olmsted entworfen und sollten als eine Hommage an die griechisch-römische Architektur verstanden werden, oder existierten sie bereits vor Beginn der Expo? Zeigte man der Öffentlichkeit ein letztes Mal die Überreste der Alten Welt, um sie danach zu zerstören?

weltausstellung chicago
Grand Basin and Court of Honor, Weltausstellung Chicago

Dieses 200 m breite und 500 m lange Gebäude benötigte doppelt so viel Stahl wie die Brooklyn-Brücke, und war viermal so groß wie das Kolosseum. Möglicherweise handelte es sich sogar um eines der größten Gebäude, die je gebaut wurden.

Auf einer kaum vorstellbaren Fläche von ca. 20 Fußballfeldern wurden in diesem riesigen Gebäude zahlreiche Gegenstände aus Manufakturen weltweit ausgestellt, die angeblich den seit der Industrialisierung entstandenen technischen Grad der Expertise repräsentierten.

Allein diese Konstruktion hätte Jahre gebraucht und zahlreiche Ressourcen verschlungen, selbst wenn man dem offiziellen Narrativ eines temporären Gebäudes Glauben schenkt. Dennoch wurde das Gebäude nach der Expo restlos abgerissen.

Von den über 200 Gebäuden hatten ganze 14 (!) ähnliche Dimensionen wie das „Manufactures and Liberal Arts Building“ und auch sie wurden fast alle nach der ca. 130-tägigen Dauer der Ausstellung zerstört. Es sind heute nur noch zwei Gebäude erhalten, das sogenannte „Museum of Science and Industry“ und das „World’s Congress Auxiliary Building„.

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Dieses Foto zeigt angeblich den Bau des „Administration Building“

Betrachtet man den hohen Aufwand der Konstruktion, drängt sich die Frage auf, warum nur zwei dieser Gebäude stehenbleiben durften, da andere Nutzungsmöglichkeiten durchaus denkbar gewesen wären und es sehr unglaubwürdig klingt, dass derart immense Ressourcen einfach verschwendet wurden.

Ein Fotograf sagte uns hierzu:

„Ohne Zugang zu den Originalen ist es schwierig, eine 100%ige Aussage darüber zu treffen, ob es sich bei der Abbildung hier um eine echte „Fotografie“ handelt.
Bei dieser Version wurde jedoch eindeutig eine Bleistiftzeichnung aufgetragen.
Meine professionelle Meinung ist, dass alle Bilder, die ich zu diesem Gebäude gefunden habe, in irgendeiner Form verändert wurden. Keines dieser Bilder kann als Beweis dafür dienen, dass das Gebäude sich „im Bau“ befindet. Meiner Meinung nach deuten die Fotos eher auf eine „Restaurierung“ als auf einen Bau hin, und zwar aufgrund der im Foto markierten Anomalien.“

Weiterhin merkt er an, dass die folgenden Fotos vom Bauprozess widersprüchlich sind:

Beide Fotos werden als Beweis für den „Bau“ des Gebäudes präsentiert. Zunächst möchte ich Euch einen kurzen Hinweis geben und hervorheben, dass beide Bilder in ihrer Darstellung irreführend sind. Auf dem rechten Bild scheint die Kuppel vollständig fertiggestellt zu sein, während sie auf dem linken Bild eindeutig nicht vollständig ist. Doch auf dem rechten Bild fehlen die kleineren Kuppeln, die sich an jeder Ecke des mittleren Gebäudeteils befinden, während auf dem linken Bild, mit der noch unvollständigen Kuppel, die kleineren Kuppeln vorhanden sind. Der Bauprozess im rechten Foto scheint fast vollständig abgeschlossen zu sein, warum also sollten diese kleineren Kuppeln fehlen?

Weltausstellung
Bauprozess „Administration Building“

Ein anderes interessantes Gebäude der Columbia Exposition war der Hauptbahnhof auf dem Expo-Gelände, dessen gesamtes Bahnsystem aus 35 Gleisen bestand. Zum Vergleich: Der Hauptbahnhof München, einer der größten Bahnhöfe in Deutschland, besitzt nur 34 Gleise.

Angeblich soll der komplette Bahnhof nur temporärer Natur gewesen sein, doch es stellt sich die Frage, wie es überhaupt möglich sein soll, einen Bahnhof so zu bauen, dass er zwar stabil und funktionsfähig, aber trotzdem „temporärer“ Natur ist? Das einzige Foto des angeblichen Baus des Bahnhofsgebäudes zeigt ein bereits komplett fertiges Gebäude inmitten von Schlamm – mehr als frisch angemalt wurde es scheinbar nicht. Vom Bauprozess selbst existiert, nach unseren Recherchen, kein einziges Foto.

Wenige Monate nach der Expo brannte der Bahnhof zusammen mit weiteren Gebäuden der Ausstellung restlos nieder. Brandursache: Brandstiftung durch unbekannt.

Die offizielle Geschichte lautet folgendermaßen: Ein Wachmann auf der Expo, ein gewisser C. Mason, bemerkte das Feuer im Casino, und versuchte auch sofort, den Alarm auszulösen. Leider funktionierten keine der fünf Vorrichtungen zur Betätigung des Feueralarms, die er kurz nacheinander ausprobierte. Glücklicherweise fand er jedoch irgendwann ein Telefon, so dass er das Feuer endlich melden konnte. Da war es jedoch schon zu spät, und aufgrund veränderter Vorgaben an die Einsatzzentrale im Zuge der Expo konnten anstelle der üblichen 20 Feuerwehrwagen zudem nur zehn zum Einsatzort kommen.

Möglicherweise hängt dieser Brand und der darauffolgende Abriss kurz nach Beendigung der Expo auch mit dem großen Brand von Chicago im Jahre 1871 zusammen. Bei diesem Brand gibt es einige Widersprüche. Offiziell bestand die Brandursache darin, dass eine Kuh eine Laterne umstieß. Beweise für diese Theorie wurden jedoch nie vorgelegt.

Wurden hier die Überreste der Alten Welt in zwei Phasen vernichtet, zuerst mit dem Stadt-Brand, dem circa 17.500 Gebäude zum Opfer fielen, und später mit dem Abriss des Expo-Geländes? Gab es überhaupt zwei separate Brände? Gab es überhaupt Brände? Fragen über Fragen.

Angeblich hatte sich Chicago bis Mitte des 19. Jahrhunderts von einer kleinen Indianersiedlung rasant zu der riesigen Metropole entwickelt, wie wir sie heute kennen. Aber auch hier fehlt die Dokumentation über die Logistik der Stadtplanung. Interessanterweise taucht Chicago mit dem Namen Chilaga auf alten Karten auf. Handelte es sich also möglicherweise um eine bedeutende Stadt der Alten Welt und wurde Chilaga bewusst zu Chicago unbenannt, um dessen Geschichte zu verschleiern?

Betrachtet man unter diesem Aspekt die vorhin erwähnte „Weiße Stadt“ der Expo, könnte es sich bei dem Areal in Wahrheit um einen im Zuge der Expo umfunktionierten Regierungsbezirk Chilagas gehandelt haben. Wurden die 27 Millionen Menschen, welche die „Ausstellung“ besucht haben, also in Wahrheit Zeugen der Zerstörung eines der letzten Teile von Chilaga?

Die Statue der Republik, die bei der Weltausstellung von Chicago zu sehen war, hält in der rechten Hand eine Weltkugel, auf der ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln thront, während ihre linke Hand einen Stab mit phrygischer Mütze ziert, was ein Symbol der Skythen bzw. Tataren war und vermutlich Freiheit und Gerechtigkeit symbolisierte. Im Zuge des Zeitalters der Aufklärung wurde die phrygische Mütze weiterhin als Freiheits-Symbol verwendet.

Weltausstellung
Greif, der in einem Feuer verbrennt – Symbol einer neuen Universität

Bezeichnenderweise wurde im selben Jahr, als die Chicago Expo geplant wurde, die neue Universität von Chicago gegründet, die als eine der wichtigsten privaten, amerikanischen Universitätsgründungen in dieser Epoche gilt, großzügig unterstützt vom Ölmagnaten John D. Rockefeller. Und ebendiese Uni trägt in ihrem Wappen (Abb. links) einen Greifen, der in einem Feuer verbrennt, worin man auch ein Symbol für die Vernichtung des alten Weltreiches erkennen könnte.

Einige Symbole, wie der doppelköpfige Adler, der mythologische Greif, die Quadriga (also Viergespann), und der Löwe, begegnen uns immer wieder im Kontext der Alten Welt.

Louisiana Purchase Exposition St. Louis, USA , 1904​

Die Louisiana Purchase Expo, auch als St. Louis Weltausstellung bekannt, war doppelt so groß wie die Chicago Expo und bestand aus mehr als 1.500 Gebäuden, die mit Straßen und Wegen auf einer Länge von 121 km miteinander verbunden waren. Lediglich zwei Gebäude sollen massiv und dauerhaft gebaut worden sein, während alle anderen direkt nach der Expo wieder abgerissen wurden.

Weltausstellung
St.Louis, Weltausstellung

Finanziert wurde das Ganze mit mehr als 15 Millionen US-Dollar, in einer Zeit, in der St. Louis in wirtschaftlicher Not war und seine Bürger von Korruption, Armut und Krankheit geplagt waren. Auch die Planung der Expo selbst wurde von mehreren Korruptionsfällen überschattet.

Die ersten 5 Millionen Dollar stellte die Stadt St. Louis durch den Verkauf von Anleihen bereit. Weitere 5 Millionen Dollar wurden durch private Spenden von interessierten Bürgern und Unternehmen aus ganz Missouri aufgebracht. Die letzten 5 Millionen Dollar kamen in Form von zweckgebundenen Geldern, die Teil eines Ende Mai 1900 verabschiedeten Bewilligungsgesetzes des Kongresses waren.

Schlussendlich machte die Expo einen Verlust von 8,5 Millionen US-Dollar, was einem heutigen Gegenwert von mehr als 250 Millionen US-Dollar entspricht. Doch wenn es keinen finanziellen Anreiz für die Expo gab – worum ging es dann?

Der Palast der bildenden Künste Weltausstellung
Der Palast der bildenden Künste

Auf der offiziellen Expo-Seite lesen wir:

Da die meisten der Ausstellungspaläste nur in temporärer Form errichtet wurden, sind heute nur wenige Spuren der Expo übrig geblieben. Der Palast der bildenden Künste steht jedoch noch immer an seinem Platz (…), als eines der größten Kunstmuseen der Vereinigten Staaten. – Quelle

Der Ausstellungspavillon von Missouri, als größtes und imposantestes Gebäude, hätte eigentlich auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben sollen, brannte jedoch knapp zwei Wochen vor Ende der Expo, am 18. November 1904, ab. Wie es hieß, wurde deshalb auf einen Wiederaufbau verzichtet.

Weltausstellung
Weltgrößte Orgel

Auf dem Gelände stand außerdem die damals weltgrößte Orgel und Kuppel.

Die Festival Hall war ein weiteres Wahrzeichen der Expo in St. Louis und verfügte über die damals größte Kuppel der Welt. Das Gebäude verfügte über drei Wasserkaskaden, die in den Freiheitsbrunnen mündeten, der mit Statuen geschmückt war, welche Freiheit (die größte der Statuen), Genius und Inspiration darstellten. – Quelle

Das circa 4,9 km2 große Messegelände, das für die Weltausstellung genutzt wurde, befand sich auf dem heutigen Gelände des Forest Park sowie dem Campus der Washington University und war die bis dahin flächenmäßig größte Messe der Welt. Die gesamte Bauzeit betrug nicht einmal drei Jahre und allein der Landwirtschaftspalast nahm eine Fläche von schwindelerregenden 81.000 Quadratmetern ein. Es hieß, dass es unmöglich sei, in weniger als einer Woche auch nur einen flüchtigen Blick auf alles werfen zu können.

Mehr als 19 Millionen Menschen sollen damals die Expo besucht haben. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass St. Louis damals nur eine halbe Million Einwohner hatte. Ein Beobachter der Weltausstellung merkte seinerzeit an, dass die Straßen von St. Louis zu dieser Zeit voller Leben waren, mehr als in jeder anderen Stadt im Norden.

Panama–Kalifornien Exposition San Diego, USA, 1915-1917​

Der Präsident Theodore Roosevelt sagte am 27. Juli 1915 bei seiner Rede vor dem Orgelpavillon der Ausstellung gegenüber den Besuchern:

„Diese Austellung ist so wunderschön, dass ich eine ernsthafte Bitte äußern möchte … Ich hoffe, dass Sie diese Gebäude nicht nur für ein weiteres Jahr in Betrieb halten, sondern dass Sie diese Gebäude von seltenem, phänomenalem Geschmack und Schönheit dauerhaft erhalten werden.“

Im offiziellen Begleitheft zur San Diego Weltausstellung werden die permanenten und temporären Gebäude aufgelistet, und es wird beschrieben, dass die temporären Gebäude wieder abgerissen werden sollen. Aber die meisten dieser Gebäude, so heißt es, waren dennoch mehr als 50 Jahre lang in Gebrauch und wurden auch während einer zweiten Expo im Jahr 1935 wieder verwendet.

Wie ist es möglich, dass diese noch weitere 50 Jahre (oder sogar länger) gehalten haben, wenn sie nur mit begrenzter Haltbarkeit für den Zeitraum der ersten Expo errichtet wurden? Offiziell wurden die verbliebenen Bauten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut und sind heute unter dem Namen „Casa del Prado“ (Balboa Park, San Diego) bekannt.

Fassen wir zusammen: Es werden temporäre Gebäude errichtet, die angeblich nur ein paar Jahre überdauern sollen, sie halten aber ohne Probleme mehr als 50 Jahre und werden weiter genutzt, bis sie plötzlich verfallen; aber weil sie so schön sind, baut man sie mit massiveren Materialien umständlich in den 60er und 90er-Jahren wieder auf.

In der offiziellen Broschüre zur Ausstellung können wir lesen, dass viele Besucher von vergangenen Ausstellungen enttäuscht waren, weil die meisten Gebäude direkt wieder abgerissen wurden. Die Planer der Panama-Kalifornien Weltausstellung in San Diego merken deshalb an:

Nichts, was mit vergangenen Messen verbunden war, war so deprimierend wie die Zerstörung der Gebäude nach Beendigung der Exposition. Dies wird nicht der Fall sein, wenn am 1. Januar 1916 die Panama-Kalifornien-Ausstellung geschlossen wird, denn alle Strukturen, mit Ausnahme der Konzessionsgebäude entlang des Hauptweges, wurden gebaut, um zu bleiben. Im großen westlichen Viereck zum Beispiel sind alle Bauten komplett aus Stahl und Beton gebaut und werden in den kommenden Jahrzehnten für die Unterbringung der Museumsexponate genutzt, die der Exposition geschenkt wurden.

Es ist nicht bekannt, ob diese Broschüre erst gedruckt wurde, nachdem Theodore Roosevelt sich für den Erhalt der Gebäude eingesetzt hatte. Das Zitat von Roosevelt wäre jedoch äußerst merkwürdig gewesen, wenn zu dem Zeitpunkt bereits offiziell bekannt gewesen wäre, dass die meisten Gebäude erhalten bleiben sollten. Man kann davon ausgehen, dass die Planer etwas ins Schwitzen kamen, als sich prominenter Protest gegen die Abrisspläne richtete, und sie deshalb ihr Narrativ etwas ändern mussten.

Weiter lernen wir, dass die nachfolgende Weltausstellung, die „California Pacific International Exposition“, auf demselben Gelände im Jahr 1935, so beliebt war, dass einige Gebäude von temporären in permanente Gebäude umgewandelt wurden. Viele Gebäude oder rekonstruierte Versionen sind heute noch in Gebrauch und werden von mehreren Museen und Theatern im Balboa Park genutzt. Die meisten der angeblich temporären Gebäude in diesem Park standen sogar noch bis in die 90er hinein.

Das Casa del Prado wurde angeblich in den 60ern abgerissen und 1:1 originalgetreu in dauerhafter Form wieder aufgebaut. Das House of Charm und das House of Hospitality sogar erst in den 90ern. Und das, obwohl im offiziellen Begleitheft der Weltausstellung stand, dass die temporären Gebäude für eine maximale Lebensdauer von 30 Jahren ausgelegt waren.

Hier begegnet uns wieder die übliche Geschichte – sofern einige Gebäude der Expos nicht abgerissen wurden, hat man sie angeblich Jahrzehnte nach der Expo umständlich beseitigt und 1:1 wieder neu aufgebaut, obwohl bereits vorher enorme Summen in die Renovierung der vermeintlich temporären Gebäude gesteckt wurde.

Ironischerweise sorgte in den frühen 1960er-Jahren die Zerstörung einiger Gebäude und der Ersatz durch moderne, architektonisch unpassende Bauten für einen Aufruhr in San Diego. Im Jahr 1967 gründeten einige Bürger ein „Komitee der Einhundert“, um die historischen Bauwerke zu schützen und zu erhalten. Die Bewegung war ein Erfolg und die historischen Gebäude wurden erhalten oder neu aufgebaut. Ist es nicht erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit gewisse Kräfte darauf zu drängen scheinen, die alte Architektur auszulöschen?

Langsam erkennen wir ein Muster – die Öffentlichkeit war jedes Mal erschüttert, wenn die Ausstellungsgebäude wieder verschwanden und den Planern konnte es nicht schnell genug gehen, möglichst alles wieder zu zerstören.

Ein weiteres temporäres Gebäude, das „Electrical Building“, brannte 1978 angeblich durch Brandstiftung zweier Jugendlicher ab. Es wurde danach, laut offizieller Geschichte, allerdings 1:1 originalgetreu in dauerhafter Form wieder aufgebaut. Auch das Old Globe Theater – ursprünglich erbaut für die Weltausstellung 1935 – brannte 1978 in Folge von Brandstiftung ab.

Zitat von Wikipedia:

„Bertram Goodhue, Meisterarchitekt der Panama-Kalifornien-Ausstellung 1915/16, hatte darauf gedrängt, die temporären Gebäude an der Hauptallee des Balboa Parks, El Prado, abzureißen. Doch die Bürger von San Diego verschmähten diesen Rat. Mit Hilfe von Geldern der Bundesregierung flickten sie die temporären Paläste in den Jahren 1922 und 1933 wieder zusammen. So konnten die meisten der ursprünglichen Gebäude für die zweite Ausstellung im Jahr 1935 wieder genutzt werden.

Konkret über das House of Charm, in dem sich heute das Kunstmuseum befindet, lesen wir:

Obwohl es anhaltende Zweifel an der Stabilität des Gebäudes gab, das nicht als dauerhafte Struktur gedacht war, wurde es in den 1940er und 1950er-Jahren weiter genutzt. Zu den Mietern gehörten das Modelleisenbahnmuseum, die San Diego Hall of Champions und der San Diego Men’s Art Club (Vorläufer des San Diego Art Institute). Im Jahr 1978 wurde das Gebäude als unsicher eingestuft und vorübergehend geräumt, aber das San Diego Art Institute zog wieder ein, nachdem Sprinkleranlagen installiert worden waren.

Sprinkleranlagen waren also alles, was notwendig war, um das Gebäude wieder als sicher einzustufen? Das heißt, es ging nur um Brandsicherheit, nicht darum, dass das Gebäude strukturell unsicher war.

George W. Marston schrieb 1922:

„Man kann mit Fakten und Zahlen über die wackeligen alten Gebäude beweisen, was man will; die einzige Antwort ist: „Sie werden nicht vergehen.“ Irgendwie, ohne zu wissen, wie man es erklären soll, sind wir instinktiv, unbewusst, unheilbar in sie verliebt und werden sie nicht aufgeben. Das ist das große Gefühl und beruht, glaube ich, auf etwas Realem und Vitalem.“ Quelle

st.diego weltaustellung
So sah übrigens der Pavillon in den 70ern aus, der offiziell eines dieser dauerhaften Gebäude war, und mit rund einer halben Million Dollar restauriert werden musste.

Fassen wir zusammen: Die meisten der temporären Gebäude in San Diego sollten direkt wieder abgerissen werden und nur vorübergehend (maximal 30 Jahre) halten, standen aber offiziell bis in die 90er hinein. Wurden dann angeblich abgerissen und 1:1 dauerhaft aufgebaut.

Von Anfang an wollten die Organisatoren hinter der Weltausstellung die Gebäude loswerden, aber es gab einen öffentlichen Widerstand, der so enorm war, dass viele davon renoviert oder neu aufgebaut wurden.

Grundsätzlich sind auch dauerhafte Bauwerke von der Notwendigkeit regelmäßiger Renovierungen betroffen. So befinden sich zum Beispiel viele Kathedralen – wie der Kölner Dom oder das Freiburger Münster – in einem Dauer-Renovierungszustand.

Teure Renovierungen sind also kein verlässliches Indiz dafür, dass ein Gebäude ursprünglich nicht in dauerhafter Form errichtet wurde.

Liège International (Weltausstellung in Lüttich), Belgien, 1905​

Über die Ausstellung können wir folgende interessante Bemerkung lesen:

„Es ist manchmal schwierig zu sagen, ob bestimmte Nationen tatsächlich in signifikanter Weise teilgenommen haben. Sowohl Zeitungsberichte als auch die offiziellen Dokumente oder Sekundärquellen können auf eine Teilnahme hindeuten, wenn eine tatsächliche Teilnahme nicht oder nur in geringem Umfang stattgefunden hat. Einige Nationen hatten inoffizielle Exponate. Es ist nicht bekannt, ob einige, die als offizielle Teilnehmer aufgeführt sind, es auch tatsächlich waren. Verschiedene Quellen unterscheiden sich darüber, welche Länder vertreten waren.“

Die Dokumentation der Expos scheint eventuell generell etwas dürftig und widersprüchlich gewesen zu sein.

Mit absoluter Gewissheit sagen lässt sich nur, dass von allen Ausstellungsgebäuden einzig der Palast der Schönen Künste erhalten blieb und noch heute in seiner ganzen Pracht zu bewundern ist. (Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4)

Man beachte, dass sich die anderen hier gezeigten Gebäude der Ausstellung kaum von dem Palast der Schönen Künste unterscheiden, die meisten Gebäude scheinen ähnlich massiv gebaut worden zu sein und hätten vermutlich nicht abgerissen werden müssen.

Berliner Gewerbeausstellung, Deutschland, 1896​

Die Berliner Gewerbeausstellung von 1896 war die erste Ausstellung, bei der Baby-Inkubatoren zu sehen waren. Brutkästen, in denen Frühgeborene ausgestellt wurden, waren fortan auf den meisten Weltausstellungen anzutreffen.

Was sagt das über eine Gesellschaft aus, die „Frühchen“ auf so kalte und unmenschliche Weise zur Schau stellt?

Waren diese Brutkästen genauso wie die Waisenzüge und die Kinderlandverschickung Teil einer Agenda? Die Entwurzelung von Kindern scheint jedenfalls die beste Methode zu sein, um eine Gesellschaft zu traumatisieren und völlig von ihrer Geschichte abzutrennen.

Insbesondere die ehemaligen Kolonien – Australien, Neuseeland und Amerika – wurden zu einem großen Teil von Waisenkindern und Kriminellen besiedelt. So heißt es beispielsweise, dass es sich bei den ersten europäischen Siedlern Australiens im Jahre 1787 um 700 Sträflinge gehandelt haben soll und innerhalb der nächsten 80 Jahre mehr als 160.000 Gefangene nach Australien verschickt wurden, um das Land neu zu bevölkern.

In einem Bericht des britischen „House of Commons Child Migrant’s Trust“ heißt es außerdem, dass schätzungsweise 150.000 Kinder über einen Zeitraum von 350 Jahren von den Zwangsumsiedelungen in die Kolonien betroffen waren und dieser Prozess erst in den späten 1960er-Jahren zum Stillstand kam.

Ob all diese Kinder Waisen gewesen sind oder noch lebende Eltern hatten, kann nicht abschließend geklärt werden. Allerdings weiß man von den verschifften Kindern des 20. Jahrhunderts, dass tatsächlich viele aus ärmlichen, zerrütteten Verhältnissen stammten und ihre Eltern noch lebten, obwohl ihnen meist das Gegenteil erzählt wurde.

Weltausstellung
Fotos von diesem „Alt-Berlin“ zeigen massive und scheinbar uralte Steinbauten.

Doch zurück zur Gewerbeausstellung. Das Berliner Areal von 900.000 m² war sogar größer als das der bisherigen Weltausstellungen in Amerika und anderswo.

Allein der Bereich Alt-Berlin, bei dem es sich angeblich um einen detailgetreuen Nachbau des spätmittelalterlichen Berlins handelte, bestand aus 120 aufwendig gestalteten Bauten. Darunter zwei Stadttore, Zwinger, Marktplatz, Rathaus, Spital und ein Theater von atemberaubender Größe.

Erstaunlicherweise existiert vom Theater „Alt-Berlin“, das 1897 abgerissen wurde, kein einziges Foto – weder vom Bau, vom fertigen Gebäude, noch vom Abriss. Und dabei soll es sich zu diesem Zeitpunkt um das größte Theater Berlins gehandelt haben. Noch während der Berliner Gewerbeausstellung wurde es geschlossen und mit dem Abrissprozess begonnen.

Weltausstellung

„Fakten und Details zu diesem Theater konnten wir leider kaum finden und wir setzen unsere Hoffnung in die weitere Suche nach alten Ansichtskarten oder Privataufnahmen.
Hinzu kam ein erlassenes Veröffentlichungs- und Werbeverbot sowie der Umstand, dass der eigentliche Messebesucher wohl nicht die Zeit und Muße hatte für eine mehrstündige Theateraufführung – schließlich befand man sich auf einer Gewerbeausstellung. Das alles hatte gravierende Auswirkungen auf die Besucherzahl und führte noch während der Spielzeit zum Konkurs und letztendlich zum Abriss des 200.000 Mark teuren, nicht winterfesten Gebäudes.“ Quelle

Mysteriös ist auch das erlassene Werbeverbot – wieso durfte das Theater keine Werbung machen? Nun, vielleicht wollte man das Theater schnellstmöglich und ohne großes Aufsehen verschwinden lassen.

Marktplatz Alt-Berlin, Weltausstellung
Marktplatz Alt-Berlin, Weltausstellung. Temporäre Gebäude?

Auch der angeblich aus temporären Materialien gebaute Marktplatz in Alt-Berlin sieht kaum aus wie ein billiger Neubau. Die Dachziegel sehen verwittert aus, die Steine massiv und uralt. An den Hauswänden sehen wir ebenfalls Alterserscheinungen.

Die Spandaustraße in Alt-Berlin zeigt das gleiche Bild: Verwitterte massive Bauten. Nichts an diesem Foto deutet darauf hin, dass auch nur ein einziges Gebäude hier temporärer Natur war.

Alleine die verdreckten Hauswände sprechen Bände. Hier scheint offensichtlich ein historischer Stadtteil, wie überhaupt sämtliche Gebäude der Gewerbe- und Industrieausstellung von 1896, einfach dem Erdboden gleichgemacht und sämtliche Aufzeichnungen über seine Existenz vernichtet worden zu sein.

Deutschland spielte bei den Weltausstellungen übrigens keine große Rolle. Erst mit der Reichsgründung 1871 nahm der „deutsche Beitrag zu dem […] Ausstellungswesen gewerblicher, industrieller, technischer und künstlerischer Erzeugnisse […] bedeutendere Ausmaße an“.

Es ist anzunehmen, dass es vor 1871 keine zentrale Instanz gab, über welche die Kabale hätte Einfluss auf die Deutschen nehmen können. Im Zuge der Reichsgründung kam es jedoch zu einem spektakulären Prozess der Hochindustrialisierung. Innerhalb weniger Jahrzehnte holte das Kaiserreich die Defizite im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf und überflügelte diese sogar noch.

Als das Kaiserreich auch Großbritannien überholte, wurde von der Kabale (aus welchen Gründen auch immer) beschlossen, Deutschland geopolitisch kaltzustellen und mit zwei Weltkriegen kulturell in die Bedeutungslosigkeit zu katapultieren.

In der Zeit zwischen 1871 und 1914 wurde Deutschland jedoch erstmals von einem Agrar- in ein Industrieland verwandelt, mit einschneidenden Konsequenzen für die Lebenswirklichkeit vieler Deutscher. Aufgrund der massiven Zuwanderungen ins Kaiserreich zwischen 1871 und 1914 (von 40 auf über 60 Millionen Einwohner) ist davon auszugehen, dass im deutschen Kulturgebiet vor der Reichsgründung Elend und Armut grassierten, und im Zuge der Industrialisierung viele Menschen wieder Hoffnung auf Wohlstand haben konnten.

  • Welche Rolle spielte jedoch das neu gegründete Kaiserreich bei der Zerstörung des Deutschen Geistes?
  • Lebten die Menschen noch im Bewusstsein des Alten Reiches, wie das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen auch genannt wurde, das laut offizieller Geschichtsschreibung bis 1806 Bestand hatte?

Der letzte preußische König, Wilhelm II., formulierte es so: „Es ist unsere Pflicht, die Jugend so zu erziehen, dass sie junge Deutsche und nicht junge Griechen oder Römer werden“. So wurden nationale Identitätsbildung und patriotische Erziehung zum Aushängeschild des preußischen Bildungswesens.

  • Wie kommt es, dass die Deutschen sich als Römer betrachtet haben?
  • Wurde uns die deutsche Identität erst übergestülpt, um uns von unseren nordisch-germanischen Brüdern und Schwestern außerhalb der Reichsgrenzen zu trennen?

Zumindest deutet dieser Fokus auf die „nationale Identitätsbildung“ und die in Deutschland existierende Architektur darauf hin, dass es in Europa einst eine Einheitskultur gab und unsere Vergangenheit in einer Hochkultur wurzelte, die man gemeinhin als griechisch-römisch beschreibt, jedoch mit Rom oder Griechenland gar nichts zu tun hatte – denn „Rom“ war überall.

Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf, Deutschland, 1902​

Die Gewerbeausstellung in Düsseldorf knüpfte an die Rheinisch-Westfälische Industrie- und Gewerbeausstellung von 1880 an. Letztere fand in einer riesigen, imposanten klassizistischen Halle im Zoologischen Garten statt. Die Bilder, die uns überliefert sind, zeigen ein recht massiv wirkendes Gebäude, doch wir lernen: Das Baumaterial war meist Holz, die Dächer bestanden aus rotbrauner Dachpappe und Draperien (d.h. dekorativ angeordnete Materialien) aus bunt schablonierter Sackleinwand.

Mehr als 100 angeblich temporäre Hallen wurden nach der Ausstellung restlos abgerissen. Überprüfen können wir zum aktuellen Zeitpunkt nichts davon – es scheinen nicht einmal detaillierte Grafiken der Ausstellung zu existieren.

Für die Düsseldorfer Gewerbeausstellung im Jahre 1902 wurde ein anderer Standort gewählt – was sich natürlich anbieten würde, wenn es darum ginge, möglichst viel Architektur zu vernichten. So ist überliefert, dass am Rheinufer mehr als 150 Ausstellungsgebäude errichtet wurden, inklusive dem als Kunstpalast bekannten Hauptgebäude. Allein dieser Kuppelbau enthielt 14 riesige Säle.

Die offizielle Version besagt: Die größtenteils temporären Ausstellungsarchitekturen verknüpften neue industrielle und kunsthandwerkliche Fertigungsmethoden mit den Formen des Jugendstils, teilweise auch mit den Formen des Neobarock oder eklektizistischer Stilmischungen.

Obwohl man damals scheinbar weder Zeit noch Geld für dauerhafte Gebäude ausgeben wollte, legten die Betreiber doch einen erstaunlich langen Atem an den Tag, wenn es um die nachträgliche Versetzung einiger der Ausstellungshallen ging. Eine Halle wurde nach Bochum, eine nach Köln und eine dritte sogar nach Mexiko-Stadt transportiert und wieder aufgebaut.

Die größten Hallen der Ausstellung von 1902 waren jedoch allem Anschein nach dafür ausgerichtet, die Zeit zu überdauern. Das Ausstellungsgebäude der Staatsbahn war zum Beispiel ähnlich imposant wie der Kunstpalast. Und der Kunstpalast selbst wurde nie abgerissen, sondern nur „überbaut“ und „integriert“, was angesichts der Hässlichkeit des modernen Gebäudes einige Fragen aufwirft. Auch die Ausstellungshalle des Bochumer Vereins, die heute als Jahrhunderthalle in Bochum steht, sieht mittlerweile völlig anders aus.

Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig, Deutschland, 1897​

Auch von der Leipziger Ausstellung ist bekannt, dass sämtliche Gebäude wieder abgerissen wurden. Am Ende blieb nur eine leere Fläche zurück, heute Teil des Clara-Zetkin-Parks, früher König-Albert-Park genannt. Ein wenig makaber wirkt der Umstand, dass man aus dem Schutt der abgerissenen Gebäude zwei Hügel errichtet hat, die auch heute noch den Park „zieren“.

Die Ausstellung in Leipzig beinhaltete, wie die Berliner Ausstellung auch, einen „Nachbau der Altstadt“, und natürlich soll es sich dabei, wie schon bei anderen Expos, nur um billige „Papp-Bauten“ gehandelt haben. Doch finden wir in einem Artikel dieser Zeit einen Hinweis darauf, dass die Wirklichkeit etwas differenzierter ausgesehen haben muss. So ist in der Zeitung „Die Gartenlaube“ von 1897 zu lesen:

Wir ziehen zunächst den Ausflug in das an Wald und Fluß gelegene Dorf vor, dessen Häuser teils aus „echten“ Bauwerken bestehen, die an ihrem Standorte abgebrochen und hier wieder aufgebaut worden sind, teils solche in naturgetreuer Nachbildung veranschaulichen.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie dieser Aspekt bei den allgemein auffindbaren Quellen komplett ignoriert wird – einige dieser Bauwerke waren also laut dem damaligen Narrativ vermutlich echte Altbauten aus deutschen Städten – wurden aber für die Ausstellung „abgebrochen“ und „wieder aufgebaut“.

Ob es sich bei diesem Prozess um eine ökonomisch rationale Entscheidung handeln kann, sei dahingestellt. Aber welcher Hausbesitzer hat sich eigentlich dazu bereit erklärt, seine Häuser für den „Abbruch“ zur Verfügung zu stellen, nur um nach dem Ende der Ausstellung tatenlos dem endgültigen Abriss zuzusehen?

Auch die Beschreibung des Hauptgebäudes erweckt beim Leser nicht gerade den Eindruck eines Billigbaus:

Treten wir durch das von zwei hohen Obelisken flankierte Hauptthor in den Ausstellungspark ein, dessen Fläche 400.000 qm umfaßt, so wird uns ein überraschend schöner Anblick zuteil. Vor uns dehnt sich eine überaus reizvolle Landschaft aus. Inmitten herrlicher Anpflanzungen liegt ein blinkender Weiher eingebettet, der von Schwänen belebt und von zierlichen Statuen umrahmt ist, und im Hintergrunde ist das imposante Hauptgebäude sichtbar, das wie ein weißes Schloß zu uns herüber grüßt. Das ist unser Ziel.

Wir schreiten die um das Wasser führende breite Lindenallee entlang, die sich durch prächtige Gartenanlagen hinzieht, in denen Kioske und Tempelchen malerisch verstreut liegen und gelangen über die Flutkanalbrücke, die mit Statuen geschmückt ist, welche Sachsen und Thüringen, Industrie und Gewerbe verkörpern, bis vor das mächtige Hauptgebäude. Das im Renaissancestil gehaltene Bauwerk selbst, das samt der mit ihm vereinigten Maschinenhalle einen Flächenraum von über 40 000 qm einnimmt, ist mit einer Anzahl kleiner Türmchen geziert und zeigt vor der Front die von Säulen getragenen Figuren der Städte Dresden, Leipzig, Chemnitz.

Selbst die Elektrizitätswerke, die angeblich sowohl in Düsseldorf als auch in Leipzig eigens für die Weltausstellungen gebaut wurden, müssen so temporär gewesen sein, dass sie nur wenige Tage nach dem Ende der Ausstellungen urplötzlich in sich zusammenfielen – jedenfalls wurden sie schnellstmöglich und restlos beseitigt.

Das gleiche Schicksal ereilte die elektrische Rundbahn der Expo und es verwundert fast, dass sie überhaupt benutzbar war. Tja, vielleicht waren die aus temporären Materialien bestehenden Strecken und Waggons schon wenige Tage nach der Expo unbrauchbar und haben begonnen, sich auf magische Weise aufzulösen.

Was wäre eigentlich, wenn die angeblich klassischen Kraftwerke der Expos völlig anders funktionierten, als uns heute erzählt wird? Haben wir es möglicherweise mit einer gänzlich anderen Form der Energieversorgung zu tun, die noch bei verschiedenen Ausstellungen zum Einsatz kam? Oder handelte es sich zumindest um stille Zeugen aus einer anderen Zeit? Das vorgelegte Tempo bei der Beseitigung der vermeintlichen Kraftwerke lässt jedenfalls aufhorchen.

Und dieses Schicksal ereilte auch andere Gebäude und Kraftwerke, die nicht mit den Expos in Zusammenhang gebracht werden können. So beispielsweise den Turm des Fernwärmekraftwerks Dresden, der schon für sich genommen eine architektonische Augenweide war und dessen Fassade aus Elbsandstein gefertigt wurde, um, wie es hieß, die Harmonie des Stadtbildes aufzugreifen.

Wieso er dann, nach der endgültigen Fertigstellung 1901, nur läppische 34 Jahre stehen bleiben durfte, wird sich wohl nicht abschließend klären lassen. Offiziell wurde er zwar nicht mehr benötigt, weshalb er aber nicht einmal zur Bewahrung des städtischen Gesamtbildes erhaltenswert erschien, nachdem ursprünglich, in optischer Hinsicht, keine Mühen gescheut wurden, mutet seltsam an.

Man vergleiche nur einmal heutige industrielle Anlagen mit dieser außerordentlichen Schönheit. Die Sprengung des restlichen Gebäudes erfolgte übrigens erst 1978. Mit der Beseitigung des Turmes hatte man es also scheinbar besonders eilig.

Exposition Universelle Paris, Frankreich, 1889​

Die meisten Gebäude der Pariser Weltausstellung von 1889 befanden sich auf militärischem oder städtischem Gelände und wurden kurz nach dem Ende der Ausstellung abgerissen. Einzig der Eiffelturm blieb übrig und das, obwohl elf Jahre später eine weitere Ausstellung abgehalten wurde und es völlig unsinnig erscheint, dafür wieder alles neu aufzubauen.

Die zweite Ausstellung im Jahr 1900 wurde zudem stark kritisiert, da sie längst nicht mehr so beeindruckend wie ihr Vorgänger gewesen war. Dies mag primär daran gelegen haben, dass der Großteil der alten Strukturen bereits dem Erdboden gleichgemacht wurde und die neuen Bauten dagegen primitiv wirkten.

Für die Kabale war es von großer Bedeutung, Kontrolle über Paris zu erlangen. Die Französische Revolution, bzw. das Zeitalter der Revolutionen, war der 2. Akt in der Zerstörung der Alten Welt.

Der erste Akt beinhaltet die Ereignisse, welche heutige Historiker als „Allgemeine Krise“ bezeichnen. Die Allgemeine Krise ist ein Begriff, welcher die Periode weitreichender Konflikte beschreibt, die vom frühen 17. bis zum frühen 18. Jahrhundert Europa destabilisierten.

Diese beiden Begrifflichkeiten (Allgemeine Krise, Zeitalter der Revolutionen) verschleiern die Zerstörung der Alten Welt als zusammenhangslose Ereignisse. Mit den europäischen Revolutionen begann das Zeitalter der modernen pseudo-demokratischen Staaten.

Der Einfluss der Geheimlogen, insbesondere der Freimaurerei, auf die Französische Revolution ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Mit Propaganda wurden die Massen gegen den König aufgestachelt, und das „Ancien Regime“ entthront. Vor diesem Hintergrund sollte auch die Ausstellung von 1889 betrachtet werden, da sie den 100. Jahrestag der Französischen Revolution darstellt.

Weltausstellung
Palais du Trocadero

Eine Besonderheit der Pariser Ausstellungen ist der Eiffelturm. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden ist hier die Konstruktion nachvollziehbar dokumentiert.

Dieses Stahlgebäude wurde also tatsächlich gesondert für die Exposition gebaut, ein weiteres Indiz dafür ist, dass der architektonische Stil des Turms sich erheblich von den alten Bauwerken im griechisch-römischen Stil unterscheidet.

Der Eiffelturm ist zwar beeindruckend von seiner Größe, aber kein ästhetisches Bauwerk, wie beispielsweise das Palais du Trocadero.

Steht der Eiffelturm also für die erlangte Kontrolle der Kabale über diesen Teil der Alten Welt?

Weltausstellung
Eiffelturm, Weltausstellung

Betrachtet man berühmte Bilder der Ausstellung, wirkt der Eiffelturm wie ein gigantischer Moloch, steril und funktional, der die alte erhabene Architektur überragt, und so den Triumph der Moderne über die Alte Welt symbolisiert.

Die Räuberbarone der Gründerzeit​

Auch in Deutschland gab es die Räuberbarone – Industrielle, die direkt oder indirekt von Geheimgesellschaften gesteuert wurden, und enorme Geldmengen anhäufen konnten, solange sie umsetzten, was man von ihnen verlangte.

Diese Phase ist bekannt als die sogenannte Gründerzeit – von ungefähr 1871 bis 1914. Das amerikanische Pendant dazu ist das goldene Zeitalter (Gilded Age). Dieses „goldene Zeitalter“ nahm mit dem 1. Weltkrieg jedoch ein abruptes Ende.

Die Industriellen scheinen jedenfalls die Verwalter der „neuen“ Technologien gewesen zu sein und die meisten heutigen Großunternehmer wurden auf die eine oder andere Weise vom Technologietransfer der Weltausstellungen geprägt. So gründete Emil Rathenau beispielsweise die AEG als Reaktion auf die technischen Errungenschaften, die er auf den Weltausstellungen in Paris, Wien und Philadelphia beobachten konnte.

Es ergeben sich einige interessante Aspekte aus der Analyse der Industriellenfamilien:

  • Sie waren und sind immer noch besessen von Kunst und anderen Artefakten aus der Zeit von vor der Industrialisierung. Die frühen Industriellen horteten regelrecht ganze Häuser voller Skulpturen und Malereien, so als ob es nur darum ging, möglichst viele Überbleibsel der Alten Welt verschwinden zu lassen. Festzuhalten bleibt, dass auf den Weltausstellungen der damaligen Zeit tausende Kunstwerke und Skulpturen vorgestellt wurden, die seitdem weitgehend von der Bildfläche verschwunden sind.
  • Sie lebten in den imposantesten klassizistischen Gebäuden (im Prinzip schon Palästen), die es damals gab. Mysteriöserweise ließen sie jedoch viele dieser Gebäude sehr schnell abreißen. Mit Blick auf die Baukosten vielleicht etwas zu schnell.

Eines der beeindruckendsten Beispiele ist sicher das Astor House in Manhattan. Dieses Haus war eines der größten und imposantesten in ganz Manhattan, wurde angeblich 1896 fertiggestellt und absurderweise im Jahr 1926 schon wieder abgerissen.

Weltausstellung
Villa Hügel

Und handelt es sich bei dem Foto links des angeblichen Baus der Villa Hügel der Industriellenfamilie Krupp wirklich um einen Neubau oder doch eher um eine Renovierungsaktion?

Es ist jedenfalls sehr wahrscheinlich, dass all diese Gebäude schon standen und einfach nur von der neuen Machtelite in Besitz genommen wurden. Möglicherweise waren mit dem Begriff Räuberbarone also genau jene Menschen gemeint, die ihren Besitz im wahrsten Sinne des Wortes gestohlen hatten.

Zweck der Weltausstellungen​

Sollte sich bestätigen, dass viele Gebäude der Weltausstellungen schon vorher standen und nur renoviert wurden, dann handelt es sich bei der Zerstörung dieser Bauwerke um eine der größten Vertuschungsaktionen der jüngeren Geschichte. Auch wäre dies ein weiterer Beweis dafür, dass bereits vor 100 Jahren so gut wie alle Länder von der Kabale kontrolliert wurden und Politik vermutlich von Anfang an als ein Mittel zur Infiltration und Steuerung von Kulturen gedacht war.

Die systematische Vernichtung von Wissen und der Raub von Kulturgütern und Besitz vonseiten der Kirche setzte sich mit dem Aufkommen modernerer Herrschaftsstrukturen nahtlos fort. Mithilfe eines uns aufgezwungenen Geldsystems ist staatlich legitimierter Raub auch heute noch die Hauptursache für den Transfer von Vermögen und Besitzgütern in die Hände einiger weniger.

Und bereits die Weltausstellungen stehen sinnbildlich für die Vernichtung von Bauwerken mit unschätzbarem kulturellem Wert – von Kunstwerken, Gemälden, Skulpturen und Technologien ganz zu schweigen.

Die Zweckentfremdung von majestätischen Gebäudearealen der Alten Welt durch die neue post-kolonialistische Machtelite geschah zeitgleich mit anderen Ereignissen, die alle miteinander verbunden zu sein scheinen. So wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur Weltausstellungen in dafür völlig unpassenden, überdimensionierten und viel zu teuren Gebäuden abgehalten, sondern zeitgleich auch die ersten Psychiatrien („Irrenhäuser“) hochgezogen.

Diese Psychiatrien waren architektonisch genauso wie die Weltausstellungen für den definierten Zweck völlig ungeeignet. Architektur spiegelt immer das Bewusstsein der Erbauer wider und wird durch ihren Zweck definiert. Von Industriellen würden wir allerdings erwarten, dass sie schlicht und ökonomisch bauen, dass sie Stahl und Beton verwenden und ihre Bauten keineswegs direkt wieder abreißen, sondern versuchen, möglichst lange Einnahmen aus Grundstücken und Gebäuden zu generieren.

Wir sehen aber genau das Gegenteil – die Gebäude der Weltausstellungen sind detailverliebt, verschnörkelt, ästhetisch und viel zu groß und teuer für ihren Zweck. Sie repräsentieren etwas völlig anderes als die Welt, die wir kennen. Sie repräsentieren das antike Rom, die klassischen Ideale des Schönen, Wahren, Guten; das Streben nach dem Göttlichen und der Vollkommenheit.

Die Weltausstellungen verbinden zwei völlig gegensätzliche Epochen (oder Kulturen) miteinander, die keinerlei Berührungspunkte aufweisen sollten – die Welt der industriellen Räuberbarone und eine alte Welt, an die wir uns nicht mehr erinnern können, in der die uns bekannten ökonomischen Prinzipien, aber keine große Rolle spielten.

Natürlich waren einige Gebäude der Ausstellungen tatsächlich billig und übertrieben kitschig gebaut und temporärer Natur. So ist auf diesem Foto der Lousiana Purchase Expo eindeutig zu sehen, dass ein Teil des Putzes abblättert und das Innere, bestehend aus Holz, frei liegt.

Ein weiteres Beispiel für eine temporäre Struktur ist das Porte Monumentale der Weltausstellung in Paris. Dieses monumentale Tor wurde als „geschmacklos“ bezeichnet und von einigen Kritikern als das hässlichste aller Exponate angesehen.

Jahre nach der St. Louis Expo schrieb einer der Architekten, Louis Sullivan in „Die Autobiographie einer Idee“:

Es kam zu einem heftigen Ausbruch des Klassizismus und der Renaissance im Osten Amerikas, der sich langsam nach Westen ausbreitete und alles kontaminierte, was er berührte, sowohl an seiner Quelle als auch nach außen. Die Verkaufskampagne der gefälschten Antike wurde bemerkenswert gut gemanagt durch geschickte Werbung und Propaganda, von jenen, die als Erste ihre kommerziellen Möglichkeiten erkannten. Als der Markt gesättigt war, war jeder Sinn für die Realität verschwunden. An seine Stelle traten tief sitzende Illusionen, Halluzinationen, die Vernebelung des Gehirns. So starb die Architektur im Land der Freien und in der Heimat der Tapferen. Der Schaden, den die Weltausstellungen angerichtet haben, wird ein halbes Jahrhundert lang anhalten, wenn nicht länger. Sie sind tief in die Konstitution des amerikanischen Geistes eingedrungen und haben dort eine kulturelle Demenz bewirkt.

Sullivan beschreibt hier treffend die vergiftete Wiedergeburt des Pseudo-Klassizismus im 20. Jahrhundert – der Versuch, die alten Strukturen zu imitieren, ohne die architektonischen Prinzipien verstanden zu haben. Wir sehen auf den Fotos der Expos immer zwei grundlegend verschiedene Architektur-Typen – auf der einen Seite die massiven, klassizistischen Bauten, mit einheitlichen und harmonischen Proportionen des Goldenen Schnittes.

Sie unterscheiden sich in nichts von den echten europäischen Renaissance-Bauten, denn sie entstammen in Wahrheit der gleichen Epoche und wurden für die Expos gar nicht neu gebaut.

Auf der anderen Seite sehen wir aber auch billig aussehende, tatsächlich temporäre Bauten aus Gips und anderen günstigen Materialien, die keiner bekannten historischen Epoche entstammen und die offensichtlich mit der Absicht aufgebaut wurden, sie möglichst schnell wieder abzureißen.

weltausstellung
Hintere Gebäude sind renoviert, die im Vordergrund noch nicht

Auf nebenstehendem Foto ist sehr gut zu erkennen, wie wenig Zeit damals war, um die Areale zu renovieren. Die Gebäude im Hintergrund sind renoviert und neu gestrichen, während die zwei kleinen Häuschen im Vordergrund noch stark vergilbt sind und ihr wahres Alter zeigen.

Um die alten Gebäude herum wurden für die Expos viele temporäre Strukturen errichtet – z.B. billige Pavillons, Mauern aus Gips und Imitate berühmter Gebäude, doch nach den Expos wurden nicht nur die temporären, sondern auch die alten Gebäude abgerissen.

Dienten die Weltausstellungen vielleicht unter anderem als ein Instrument, um den Menschen eine nationale Identität zu geben, nachdem die Einheitskultur zusammengebrochen war? Die Trennung in Nationen erscheint künstlich – so sind die Slawen genau wie die Deutschen nordisch-arischen Ursprungs und somit Teil desselben Volkes.

Der Begriff „Slawe“ entstammte dem abwertenden Begriff „sclavi“, wurde vom Vatikan in die Welt gesetzt und stand für die „heidnischen“ Stämme Europas, die sich nicht den monotheistischen Machtapparaten unterwerfen wollten. Nach der erfolgreichen Unterwanderung des deutschen Kulturraumes bezeichnete man nur noch die heidnischen Osteuropäer als „Slawen“.

Tatsächlich wurden die meisten uns heute bekannten Nationen erst ab 1850 gegründet

  • das moderne Ägypten z.B. erst im Jahr 1953, nach der Eroberung durch die Briten.
  • Aus Illyrien, der Heimat der Illyrer, wurde nach der Annektion durch Frankreich der Balkan.
  • Aus dem freien Tartarien wurde unter anderem Usbekistan,
  • aus Persien im Jahr 1935 der Iran,
  • aus dem Osmanischen Reich ging 1923 die Türkei hervor, und so weiter.

Die alten Worte haben eine Bedeutung – in ihnen schwingt unsere ganze Vergangenheit mit. Wenn diese Worte ausgesprochen werden, dann wird allein schon dadurch eine reale Verbindung mit der Vergangenheit hergestellt.

Durch den Verlust dieser Begriffe verlieren wir auch diese Verbindung, und damit auch die Verbindung zu unseren Vorfahren. Mittlerweile ist unsere Welt aufgeteilt in verschiedene seelenlose Verwaltungseinheiten, kontrolliert durch eine kleine geheime Elite.

Auf den Expos kamen die Menschen erstmals mit den „neuen Technologien“ in Berührung

  • Telefon,
  • Eisenbahn,
  • elektrisches Licht (also die Glühbirne),
  • kabellose Kommunikation,
  • Brutkästen,
  • Autos,
  • Fotografie,
  • Filme.

Daneben wurden auch häufig die vermeintlichen Lebenswirklichkeiten der Kolonien dargestellt (Afrika, Südamerika, etc.).

Die Schaffung des Patentsystems spielte eine wichtige Rolle beim Aufbau der Monopole – denn nur mit Patenten war es möglich, Wissen und damit auch Technologien zu besitzen.

Das Fundament der Welt, in der wir heute leben, wurde damals während der Zeit der Weltausstellungen gelegt. Das technologische Wissen der Alten Welt wurde selektiert: Der eine Teil des Wissens wurde geheim gehalten, der andere Teil der Öffentlichkeit vorgestellt.

Eines der wichtigsten Kriterien bei diesem Entscheidungsprozess dürfte sicher die Frage gewesen sein, ob eine Technologie von einer zentralen Instanz kontrolliert werden konnte. Denn jede Form von unabhängiger oder gar kostenloser Energie musste für die Kräfte, welche die Räuberbarone des Industriezeitalters aus dem Schatten heraus kontrollierten, sehr gefährlich gewesen sein.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Industriellen ihren Reichtum nicht selbst erarbeitet hatten – sie wurden in elitäre Familien geboren und dazu auserwählt, eine vorgegebene Rolle zu spielen.

Hierarchie und Macht​

Erst seit dem Anbruch des 20. Jahrhunderts hat sich die Einstellung durchgesetzt, dass man anderen etwas wegnehmen muss, um selbst etwas haben zu können. Anstelle der Kooperation trat die Konkurrenz. Diese beiden entgegengesetzten Weltanschauungen – Kooperation und Konkurrenz – lassen sich gut folgendermaßen visualisieren: Mit einem Kreis und einer Pyramide.

Das Konkurrenz-System ist pyramidal organisiert. Es beinhaltet eine autoritäre Befehlskette, die absoluten Gehorsam erfordert. Auf der Ebene der Geheimdienste wird dieses System durch das „Need-to-Know“-Prinzip repräsentiert.

Konkurrenzdenken kann nur in einer hierarchisch organisierten Gesellschaft entstehen. In dieser, unseren, Gesellschaft, fließt Energie von der breiten Masse an der Basis immer weiter nach oben bis zur Spitze der Pyramide, wo sie möglicherweise sogar von nicht irdischen Entitäten absorbiert bzw. konsumiert wird.

  • An der Spitze scheint das zu stehen, was in mythologischen, religiösen und esoterischen Überlieferung als Satan, Antichrist, als das Böse oder Demiurg benannt wird.
  • An der Basis der Pyramide sind Menschen, die sich machtlos fühlen, im Prinzip Sklaven.
  • Erfolg wird in diesem System dadurch definiert, dass man es „nach oben“ schafft.
  • Das impliziert immer, dass man auf dem Weg nach oben andere Menschen unterdrückt – ihnen etwas wegnimmt.
  • Je weiter man aufsteigt, desto mächtiger fühlt man sich.
  • Energie wird in diesem System durch Geld repräsentiert bzw. symbolisiert.
  • Das Geldsystem wurde so aufgebaut, dass es im Sinne des pyramidalen Systems die Lebensenergie der Menschen nach und nach an die Spitze der Pyramide leitet.
  • Wir können davon ausgehen, dass hier auch der wahre Grund für die Existenz des Fiat-Geldsystems verborgen liegt: Den Menschen die Lebensenergie zu rauben.

Der Zusammenhang zwischen parasitären, paranormalen Wesen, dem Geldsystem und der Unterdrückung der Menschheit begegnet uns bereits im Werk „Momo“ des Schriftstellers Michael Ende: Männer in Grau, genannt Zeitdiebe, stehlen den Menschen ihre Zeit. Diese interdimensionalen Parasiten überzeugen die Erwachsenen davon, dass sie Zeit sparen können, indem sie diese auf eine Zeitsparkasse einzahlen. Die Erwachsenen glauben den Versprechungen der Männer in Grau.

In Wirklichkeit haben die Menschen umso weniger Zeit, je mehr sie einsparen – die Zeit, die sie einsparen, ist für sie verloren. Das Leben wird nach und nach steril und glanzlos. Die Gebäude werden genormt und sehen alle gleich aus, genau wie die Kleidung. Niemand lebt mehr in der Gegenwart, keiner hat noch Zeit füreinander und das Leben wird hektisch.

Nur die Kinder erkennen die kalte, bösartige Natur der grauen Männer, da sie noch mit ihrer eigenen Lebendigkeit in Kontakt sind. Die Erwachsenen verfallen der Idee, Zeit sparen zu müssen und so wird ihr Leben immer trostloser und grauer. Doch die Grauen Männer können nach und nach auch die Kinder in ihren Bann ziehen.

Nur Momo kann sich der kalten, psychopathischen Kraft der Grauen Männer widersetzen. Außerhalb von Raum und Zeit besiegt sie die Männer in Grau, befreit die gestohlene Zeit und gibt den Menschen ihre Lebendigkeit und die Liebe in ihren Herzen zurück.

Es ist übrigens erstaunlich, dass Momo im Roman in einem alten, verfallenen römischen Amphitheater lebt, umgeben von tristen, modernen Neubauten. Momo repräsentiert die Verbindung zur Alten Welt. Sie repräsentiert das Leben. Als Momo die Männer in Grau besiegt, sagt der letzte erleichtert: „Es ist gut, dass es endlich vorbei ist.“

Michael Ende erkannte, dass das Böse keine eigene Existenz hat. Es ist nur ein Schatten, ein schwarzes Loch, die Abwesenheit von etwas. Das Böse kann nur existieren, solange es Menschen gibt, die vor sich selbst und ihrer eigenen Lebendigkeit davonlaufen.

Die Parasiten sind unsere eigene Schöpfung. Die Vernichtung der Parasiten ist der Triumph des Menschen über seine eigene widersprüchliche Natur und seine dunkle Seite.

Macht und Ohnmacht sind in Wahrheit nur zwei Seiten derselben Medaille, und auch in karmischer Hinsicht hat alles seinen Preis. Jeder Erfahrung von Macht liegt auch immer eine entsprechende Ohnmachtserfahrung zu Grunde, auch wenn diese Erfahrungen auf zeitlicher Ebene getrennt sind.

Eine gute Metapher für das pyramidale System ist ein schwarzes Loch, welches sämtliches Licht absorbiert, alles verzehrt und nichts mehr freigibt – es ist eine Einbahnstraße. Deshalb gibt es überhaupt Geheimgesellschaften – in einem pyramidalen System müssen die relevanten Entscheidungen im Schatten getroffen werden und niemand darf die Menschen kennen, welche die Entscheidungen treffen.

Das System gleicht einer Hydra, und wir können nur einige ihrer Köpfe sehen. Das Böse ist immer absorbierend, konsumierend, berechnend, nach innen gerichtet. Es verschließt sich dem Leben, dem Austausch und der Wahrheit.

Anscheinend waren in der Alten Welt dagegen die Menschen eingebunden in einen Kreislauf. Alles verlief zyklisch und in einem Gleichgewicht. Die Menschen wussten, dass sie nichts verlieren konnten, wenn sie anderen etwas gaben.

In diesen Gemeinschaften lebten die Menschen füreinander – auf energetischer Ebene floss die Energie frei zwischen ihnen, ohne nach außen abzufließen. In diesen kleinen, gesunden Gemeinschaften gab es keine autoritären Hierarchien, keine Befehlsketten, keine parasitären Kräfte.

Autoritäten entwickelten sich auf natürliche Weise, und Menschen mit natürlicher Autorität waren daran interessiert, ihre Macht nicht zu missbrauchen, da dies im Zweifelsfall den Ausschluss aus den Gemeinschaften nach sich gezogen hätte.

Das auf Kooperation aufgebaute System beinhaltet konzentrisch nach außen laufende Ringe. In der Mitte befindet sich das „Herz“ – die weisesten, intelligentesten, fähigsten Menschen der Gemeinschaft.

Im Gegensatz zum pyramidalen System verstecken sich diese Menschen nicht, denn sie müssen die Transparenz nicht fürchten. Sogar in der Architektur spiegelte sich dieses konzentrische System wider. Zum Beispiel in der runden Stadt Bagdad, oder dem angeblich in Ringen aufgebauten Atlantis.

Vom Zentrum oder Herzen der Stadt bewegt sich das Leben in Ringen nach außen. Die Stadtmauer trennt die Stadt von der Außenwelt und schafft so ein in sich geschlossenes, lebendiges System. Das Gute ist nach außen strahlend, gebend, ohne Hintergedanken und ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Es ist seine eigene Ursache, seine eigene Quelle, und hat eine enorme Strahlkraft.

Die Heldenreise​

Mit dem Ersten Weltkrieg, der Russischen Revolution und dem Zweiten Weltkrieg kann man endgültig sagen, dass sich die entscheidenden Ereignisse in Richtung Endzeit überstürzen. 1914 stellten die Kaiserhöfe noch einen Rest des feudalen und aristokratischen Europa in der westlichen Welt dar. (…)

Der Weltkrieg 1914-1918 weist wie wenig andere Kriege in der Geschichte alle Anzeichen eines Zusammenpralls nicht zwischen Staaten und Nationen, sondern zwischen Ideologien verschiedener Kasten auf. Daraus resultierte unmittelbar und gewollt die Zerstörung des kaiserlichen Deutschland und des katholischen Österreich und mittelbar der Zusammenbruch des Zarenreichs sowie die kommunistische Revolution. Weiterhin entstand daraus in Europa eine so chaotische und widersprüchliche, politisch-wirtschaftliche Situation, dass sämtliche Voraussetzungen für einen neuen Weltkonflikt vorhanden waren. (…)

Julius Evola – Revolte gegen die moderne Welt

In seinem Gedicht „Das wüste Land“ von 1922 beschreibt der Lyriker T.S. Eliot die Atmosphäre der westlichen Gesellschaft nach dem 1. Weltkrieg.

Er schreibt über einen kollektiven Sinnverlust der menschlichen Existenz. Der 1. Weltkrieg und das, was uns als „Spanische Grippe“ verkauft wird, katapultierte Europa in die gottlose Moderne, und schloss die Entwicklung ab, die vorher mit den Weltausstellungen und der Industriellen Revolution angestoßen wurde.

Der Mensch, seinen Wurzeln entrissen, wurde zu einem Rädchen in einem großen Getriebe. Leben wurde ersetzt mit bloßem Funktionieren. Ein hoffnungsloseres Gedicht als das von Elliot gibt es nicht. Elliot verarbeitete das Schicksal einer verlorenen Generation, von Menschen, die nur noch vor sich selbst davonliefen.

Die Zivilisation war durchsetzt von Materialismus, Hedonismus und Atheismus. Dahinter stand für ihn die Gottlosigkeit der Moderne, der Nihilismus, der sich wie ein gähnender Abgrund vor der Menschheit ausbreitete. Dieser moderne Nihilismus und Materialismus zeigt sich ideologisch vor allem in der Evolutionstheorie und dem Heliozentrismus.

Der traditionelle Mensch lebte in einer Welt, die genau das Gegenteil repräsentierte: Anstatt einer langsamen Evolution vom Tier zum Menschen, ohne höhere Bedeutung in einem kalten und lebensfeindlichen Universum, wurden wir von einem Schöpfer in eine perfekte Welt gesetzt, in der wir der Mittelpunkt der Wirklichkeit sind und in der alles, was wir erleben und tun, eine tiefe Bedeutung hat.

Die Abkehr von dieser in der Tradition verwurzelten Sichtweise und Auflösung der alten Ordnung ist das wichtigste Ziel der okkulten Geheimgesellschaften.

„Nach traditioneller Auffassung enthält die materielle Welt nur Effekte; nichts findet in dieser Welt statt, was nicht zuerst in einer für uns unsichtbaren Welt entstanden ist.
(…)
Die antike Welt erhob den Menschen zu Gott, bemühte sich, ihn von den materiellen Leidenschaften zu befreien, ihn zu transzendieren, mit freier Höhenluft im Denken sowie im Handeln.

Julius Evola, Revolte gegen die moderne Welt

Der Roman „Der große Gatsby“ von 1925 von F. Scott Fitzgerald ist ein weiteres Beispiel für Nachkriegsliteratur, die diesen Bedeutungsverlust widerspiegelt. Die Nachkriegsgesellschaft in „Der große Gatsby“ ist geprägt von Materialismus, Konsumsucht und Konkurrenzdenken. Dahinter steht eine Vereinzelung – die Menschen waren durch die Verwerfungen der Moderne aus ihren natürlichen Gemeinschaften gerissen worden, und ohne diese Gemeinschaften verloren sie nicht nur die Verbindung zu ihrer Vergangenheit, sondern auch zu ihren Mitmenschen.

Wenn jeder Mensch nur noch für sich allein lebt, dann ist das Leben nur dann etwas wert, wenn man mehr hat als andere. Im Gegensatz zu dieser destruktiven Verarbeitung des Geschehenen stand J.R.R. Tolkien, der auch zur Zeit des 1. Weltkrieges wirkte. Er erfasste die komplette Dimension der Problematik. Diese konnte er nur in Mythen und Bildern verarbeiten, denn sie ist uns nicht bewusst zugänglich.

Während Eliot und Fitzgerald nur noch einer kleinen akademischen Elite bekannt sind, hat Tolkien bei den Massen eine Resonanz erzeugt, die immer noch ungebrochen zu sein scheint. Im Gegensatz zu Eliot erfasste er das Gesamtbild und erkannte auch, dass am Ende das Gute obsiegt. Im Gegensatz zu den entfremdeten Akademikern des 20. Jahrhunderts gab er den Menschen Hoffnung und Bedeutung zurück.

Der Mythologe und Autor Joseph Campbell beschreibt in seinem epischen Werk „Der Heros in tausend Gestalten„, dass es in den bekanntesten Geschichten und Mythen der Menschheit die gleiche Grundstruktur gibt: Die universelle Heldenreise. Im Jung’schen Sinne handelt es sich um einen der wichtigsten Archetypen. Es ist der Mono-Mythos, die Essenz aller Mythen und Geschichten.

„Du betrittst den Wald
an der dunkelsten Stelle,
wo es keinen Weg gibt.
Wo es einen Weg oder Pfad gibt,
ist es der Weg von jemand anderem.
Dann bist du nicht auf deinem eigenen Pfad.“

„Bei der Heldenreise geht es um den Mut, die Tiefe zu suchen; das Bild der schöpferischen Wiedergeburt; den ewigen Kreislauf der Veränderung in uns; die unheimliche Entdeckung, dass der Suchende selbst das Geheimnis ist, das er zu erkennen sucht. Die Heldenreise ist ein Symbol, das im ursprünglichen Sinne des Wortes zwei weit voneinander entfernte Ideen verbindet, die spirituelle Suche der Ältesten mit der modernen Suche nach Identität, die immer die eine, formwandelnde und doch wunderbar konstante Geschichte ist, die wir finden.“

Wer ist der Held? Du und ich. Jeder, der sich auf die Suche macht.

Die Heldenreise besteht im Wesentlichen aus drei Abschnitten: Trennung, Einweihung und Rückkehr. Dieser Mythos ist zum Beispiel in der biblischen Geschichte des verlorenen Sohnes verschlüsselt. Der Sohn verlässt seinen Vater (Trennung), erlebt eine Einweihung (er sucht das Glück in der materiellen, äußeren Welt, verprasst Geld und verarmt; dann bereut er seine Sünden und findet zu Gott), und Rückkehr (Vereinigung mit der Familie).

Die Heldenreise ist eine Reise aus einem moralisch korrupten, festgefahrenen Leben in die eigene Dunkelheit, eine Konfrontation mit den eigenen Schatten. Diese Konfrontation führt zu einer Initiation und schlussendlich zur Integration des Erlebten. Damit bringt der Held ein Stück Göttlichkeit und Lebendigkeit in die materielle, im biblischen Sinne satanische, Welt.

Denn wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Gewalten, gegen Mächte, gegen die Herrscher der Dunkelheit dieser Welt, gegen spirituelle Verdorbenheit in den höheren Sphären.

Epheser 6:12

Diese dunklen Mächte wirken ganz konkret durch Menschen, wie Bob Dylan unmissverständlich klargemacht hat. Wer in dieser Welt in diesen Zeiten Macht, Ruhm und Einfluss hat, zahlt einen hohen Preis. Einen Preis, der über diese Welt hinaus geht. Am Anfang steht immer eine Entscheidung.

Bradley: Warum tun Sie es immer noch? Warum sind Sie immer noch hier?
Dylan: Na ja, das hängt mit dieser Schicksalsgeschichte zusammen. Wissen Sie, ich habe vor langer Zeit eine Abmachung mit ihm getroffen. Ich halte mich an meinen Teil.
Bradley: Was war Ihre Abmachung?
Dylan: Dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin.
Bradley: Darf ich fragen, mit wem Sie diese Abmachung getroffen haben?
Dylan: Mit dem Boss… Sie wissen schon, dem Oberkommandanten.
Bradley: Auf dieser Erde?
Dylan: Auf dieser Erde und der Welt, die wir nicht sehen können.

In Bezug auf unsere Geschichte macht die Menschheit gerade genau diese Heldenreise durch – wir befinden uns kollektiv im zweiten Teil, dem Initiationsprozess, der Punkt, an dem „Die Nacht am dunkelsten ist“ – die dunkle Nacht der Seele. Der Punkt, an dem wir mit der Dunkelheit, dem Bösen, konfrontiert werden. Am Ende dieses Prozesses steht eine Erneuerung, die Rückverbindung mit der eigenen Geschichte, dem eigenen Schicksal und dem eigenen Wesen, und schlussendlich mit Gott.

Dem Zoroastrismus zufolge besteht der Zweck unserer Erden-Existenz darin, dem dunklen Teil der menschlichen Natur zu ermöglichen, seine Dunkelheit auszuleben. Dies ermöglicht der Menschheit, die eigene Dunkelheit zu überwinden. Auf diese Weise kann der Eintritt in die karmischen Zyklen der Erde als die bewusste Entscheidung verstanden werden, sich vom Bösen zu lösen.

Im Zoroastrismus wurde die Welt nur erschaffen, um das Böse (Ahriman, vergleichbar mit Satan in der Bibel) endgültig auszumerzen – demnach hat Gott mit der Erschaffung der Erde seinem Gegenspieler eine Falle gestellt. Das Böse ist nun in der irdischen Existenz gefangen und zwangsläufig dem Prozess der Bewusstwerdung ausgesetzt – und wird dadurch am Ende der irdischen Zeitalter endgültig vernichtet.

Um diesen Prozess zu unterstützen, ist es notwendig, dass genügend Menschen eine bewusste Entscheidung für die Wahrheit und gegen die Lügen dieser Welt treffen.

„Diese Zeiten sind finster. Doch so dunkel ein Schatten auch sein mag, es bedroht ihn das Licht des Morgens.“

Die Königin im Film The Fountain

Quelle

Stolenhistory.net, dort ist die Liste aller Quellen, auch Bildquellen

Fußnoten
  1. Quelle 1, Quelle 2[]
  2. BlogZeit für Spurensucher :: Eisen und Glas in Flammen? Die rätselhafte Geschichte des Crystal Palace[]
Serien-Navigation<< Erfundene Geschichte (Teil 2) – Die mörderische Zerstörung unserer Vorfahren und ihrer hoch entwickelten Kultur

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